Folgen des EU-Austritts Warum "Game of Thrones" kein Brexit-Opfer wird

Teures Schlachtengemälde: Game of Thrones und die EU-Subventionen.

(Foto: AP)

Im Netz kursiert die Meldung, dass Großbritanniens EU-Austritt Folgen für die beliebte Serie haben könnte. Doch das ist Unsinn.

Die Welt steht unter Schock. Nicht, weil eine Mehrheit britischer Bürger und Bürgerinnen für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt hat. Sondern, weil der "Brexit" Folgen für Game of Thrones haben könnte. Die HBO-Produktion wird nämlich zu Teilen in Nordirland gedreht und mit EU-Geldern subventioniert, genauer: mit Geld aus dem European Regional Development Fund. Diese Finanzierungshilfe könnte wegfallen, wenn Großbritannien die EU verlässt - und die beliebteste Fernsehserie der Welt bedrohen. Diese Angst haben zumindest Kollegen im In- und Ausland.

Doch das ist Unsinn. Die Austrittsverhandlungen zwischen Großbritannien und der EU werden zwei Jahre dauern, das ist vertraglich so festgelegt. Soll heißen: Selbst falls die britische Regierung schon am Montagmorgen ihren Antrag stellen würde, sind die Briten frühestens am 27. Juni 2018 kein Teil der EU mehr. Bis dahin wird Game of Thrones aber bereits vollständig abgedreht sein.

Einen genauen Plan gibt es zwar nicht, aber es gilt als sicher, dass nach dem Ende der aktuellen, sechsten Staffel noch etwa 12 bis 14 Episoden folgen werden - wohl aufgeteilt auf zwei Staffeln. Es ist völlig ausgeschlossen, dass im Sommer 2018 in Nordirland noch gedreht werden muss. Vielleicht wird Großbritannien sogar noch Mitglied der EU sein, wenn das Serienfinale von Game of Thrones bei HBO ausgestrahlt wird.

Und: Selbst wenn die Serie aus irgendwelchen Gründen verlängert wird und die Dreharbeiten deshalb andauern - welche Produktion könnte den Verlust von EU-Subventionen denn besser verkraften als die erfolgreichste Serie der Welt?

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