Fernsehen:Das sind die fünf Serien aus dem "Star-Trek"-Universum

Wer hatte das Kommando auf der Brücke? Wie hießen die wichtigsten Aliens? Und welches Gesellschaftsbild wurde transportiert? Die fünf "Star-Trek"-Serien im Schnellcheck.

Von Kathleen Hildebrand

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Raumschiff Enterprise

Raumschiff Enterprise

Quelle: CBS Paramount International

1966 - 1969 Wer an Star Trek denkt, denkt an dieses Schiff. An die Original-Enterprise, die zu Uhuhuhuu-Musik durch ein bunt gemaltes Weltall flog. Die fünfjährige Erkundungsmission der Crew spielt in den Jahren 2265 bis 2269. Gene Roddenberrys Serie wurde nach drei Staffeln abgesetzt, die Quoten waren zu schlecht. Ein Erfolg wurde sie erst später durch hartnäckige Wiederholungen. 1972 sendete das ZDF die erste Folge auf Deutsch.

Der Captain: James Tiberius Kirk, gespielt von William Shatner, ist ein klassischer Cowboy. Er sieht gut aus, ist charmant, mutig und macht flotte Witze mit seinen Kumpels Spock, McCoy und Scotty. So locker war kein Captain mehr nach ihm.

Die wichtigsten Aliens: Vulkanier (Spock!).

Gesellschaftsbild: Geradezu abenteuerlich fortschrittlich. Mitten im Kalten Krieg steuert der Russe Pavel Chekov das Schiff, und in einer Folge knutscht - ein kleiner Skandal - der weiße Kirk mit der schwarzen Lieutenant Uhura.

Texte: Kathleen Hildebrand

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Das nächste Jahrhundert

Star Trek - Das nächste Jahrhundert

Quelle: CBS Paramount International

1987 - 1994 Weil die Wiederholungen und ersten Star Trek-Kinofilme so beliebt waren, produzierte Paramount eine zweite Serie. Sie wurde die erfolgreichste und vielschichtigste des Franchise und gewann 18 Emmys.

Der Captain: Jean-Luc Picard war nach Kirk eigentlich eine Zumutung - ein kahlköpfiger, intellektueller Franzose, der am liebsten Tee trinkt, gespielt von einem Briten aus der Royal Shakespeare Company. Hobby: Archäologie. Heute wählen Fans ihn regelmäßig zu ihrem Lieblingscaptain, in Foren steht: "Picard ist sexy!"

Die wichtigsten Aliens: Die Borg. Das aggressive, gleichgeschaltete Kollektiv von Cyborgs spiegelt die Angst vor Technik und Vernetzung wider, die in den Neunzigern aufkam: "Widerstand ist zwecklos."

Gesellschaftsbild: Vielleicht das utopischste aller fünf Serien - sogar mit den Klingonen herrscht Frieden, es wird fleißig geforscht und die Enterprise-Crew ist so beherrscht und tugendhaft, dass es kaum zu fassen ist.

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Deep Space Nine

Star Trek "Deep Space Nine"

Quelle: Paramount (Universal Pictures)

1993 - 1999 Eine Raumstation am Rand des Föderationsgebietes, gebaut von einer fremden Spezies. Die Sternenflotten-Crew passt auf, dass ein gerade beendeter Krieg zwischen zwei Völkern nicht wieder aufflammt. "DS9" ist die langsamste Star Trek-Serie und die tiefgründigste. Es geht um Religion, Familie, Freundschaft. Für Geduldige ein großer Fernsehgenuss.

Der Captain: Benjamin Sisko, Witwer, alleinerziehender Vater und, weil er von Musiker-Schauspieler Avery Brooks gespielt wird, Jazz-Fan. Der erste schwarze Star Trek-Captain.

Die wichtigsten Aliens: Die Trill. Sie tragen Symbionten in der Bauchhöhle, die Hunderte Jahre leben und wie ein zweites Gehirn weitergereicht werden - so bleiben die Erinnerungen ihrer Wirte über Generationen erhalten.

Gesellschaftsbild: Realistisch. Sisko und Co. können nicht mit Warp-Antrieb abhauen, wenn es brenzlig wird. So langfristig musste sich bis dahin niemand im Star Trek-Universum mit dem Fremden arrangieren.

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Voyager

Star Trek "Voyager"

Quelle: Paramount (Universal Pictures)

1995 - 2001 Mitte der Neunzigerjahre war die Sci-Fi-Begeisterung des Fernsehens besonders groß. Also wurde 1995 das nächste Star Trek-Schiff vom Stapel gelassen - die kleine, aber hochmoderne Voyager. Durch einen Unfall verschlägt es sie in den Delta-Quadranten, ans andere Ende der Galaxis. Die Crew ist auf sich gestellt und tritt den langen Weg nach Hause an.

Der Captain: Kathryn Janeway, die erste Frau im Kommandosessel. Kate Mulgrew spielt sie als einfühlsame, entscheidungsstarke Anführerin, die es schafft, eine komplett heterogene Crew hinter sich zu vereinigen.

Die wichtigsten Aliens: Der Doktor. Kein Alien, sondern ein Notfall-Hologramm, das, weil der echte Arzt stirbt, dauerhaft die Krankenstation leiten muss. Hat aber Gefühle, weil er auf Empathie programmiert wurde, und leidet unter seiner Abschaltbarkeit.

Gesellschaftsbild: Ohne das Sicherheitsnetz der Sternenflotte wird die Crew zur Familie, inklusive aller Konflikte, die das mit sich bringt.

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Enterprise

Star Trek Enterprise

Quelle: Paramount (Universal Pictures)

2001 - 2005 Zurück zu den Wurzeln: Die fünfte Serie spielt vor der Zeit von Kirk. Eine Ur-Enterprise bricht zur ersten Forschungsmission der Menschheit auf - ohne viel Ahnung und ohne jedes Regelwerk. Leider wirkt das aber nicht frisch, sondern so, als sei die Crew auf ihrer ersten Klassenfahrt.

Der Captain: Jonathan Archer, eine Art netter Baseball-Trainer aus der amerikanischen Provinz, den es in die oberste Liga verschlagen hat.

Die wichtigsten Aliens: Wieder die Vulkanier. Weil die Menschheit gerade erst beginnt, die Galaxie zu erkunden, spielen sie die Rolle der strengen Eltern, die ihren Kindern nichts zutrauen und ihnen auch nicht alles verraten. Großes Konfliktpotenzial! Mit an Bord ist als Wissenschaftsoffizierin die Vulkanierin T'Pol, die nur langsam ihre kühle Überlegenheit aufgibt.

Gesellschaftsbild: Die Menschheit als Teenager - kein Kind mehr, aber eigentlich auch noch nicht reif genug für die Welt, in die sie unbedingt aufbrechen will.

© SZ vom 03.09.2016/jobr
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