bedeckt München
vgwortpixel

Eckhart von Hirschhausen::"Einmal Doktor, immer Doktor!"

sueddeutsche.de: Vermutlich möchte die ARD Sie öfter als neues Gesicht auf den Bildschirm bringen. Für Sie unvorstellbar?

Hirschhausen: Ich werde dieses Jahr genau fünf Sendungen für die ARD machen - eine gute Dosis. Zweimal die Maus, einmal Gedächtnistest, und im Herbst eine Sendung, die extra auf mich zugeschnitten wird - die zweiteilige Körpershow. Damit bin ich superglücklich. Darauf habe ich 15 Jahre gewartet und kann mich jetzt schlecht beschweren. Und ich kenne keine Sendung, die schon etabliert ist und so gut zu mir passen würde wie Frag doch mal die Maus.

sueddeutsche.de: Weil Sie Kinder lieben?

Hirschhausen: Ich habe in der Kinderneurologie gearbeitet und auch heute mit Kindern viel zu tun über meine Stiftung Humor hilft heilen. Die Grundidee, kindliche Neugier aufrechtzuerhalten und die einfachen und die großen Fragen zu stellen, ist hochinteressant. Frag doch mal die Maus ist eine der wenigen Sendungen, die man, ohne sich zu schämen, mit der ganzen Familie gucken kann. Sie verbindet Wissen und Unterhaltung auf eine sehr intelligente, witzige und spielerische Art. Ich stehe ja auch dafür, dass man medizinische Information unterhaltsam verpackt als Bühnenprogramm oder als Buch. So gesehen ist es wirklich eine Liebesheirat.

sueddeutsche.de: Werden Sie in der Sendung denn auch mit medizinisch-kabarettistischen Einlagen überraschen?

Hirschhausen: Einmal Doktor, immer Doktor! Aber nicht überall. Die medizinischen Themen wird es im September in einer zweiteiligen Körperquizshow geben. Aber auch bei der Maus-Sendung kommt Gesundheit vor. Die "Könner-Kinder" in der Show, das ist für mich Gesundheitsförderung im besten Sinne. Ich habe noch nie ein übergewichtiges Kletterkind gesehen. Ein Kind, das seinen Körper mag und daran Freude hat, tut sich bestimmte Sachen weder an, noch in den Mund. Deswegen ist mein Credo, dass Gesundheit im Kindergarten anfängt - und mit Freude, nicht mit Verboten erreicht wird.

sueddeutsche.de: Neben den Kindern und drei Experten gibt es prominente Gäste - in der ersten Sendung kommen die Schauspielerin Jutta Speidel, Moderator Wigald Boning und Grand-Prix-Sängerin Lena Meyer-Landrut. Sind das Ihre Traumkandidaten?

Hirschhausen: Die Gäste finde ich super. Es kommen auch Sven Lorig, Rosi Mittermaier und Kabarettist Matze Knop. Das heißt, die Generationen sind gut verteilt, wir haben etwas für jeden Zuschauer.

sueddeutsche.de: Sie meinen, die Gäste bilden die Großfamilie ab - und damit auch das typische ARD-Zielpublikum?

Hirschhausen: Ich halte ja das Denken in Zielgruppen für relativen Unsinn. Auch dieses Quoteninterpretieren im Nachhinein halte ich für wenig erkenntnisreicher als Kaffeesatz lesen. Ich hatte mal in einer Bühnenshow eine sehr lustige Dame in der ersten Reihe sitzen. Auf meine Frage, wie alt sie ist, sagte sie 78. Und als ich wissen wollte, wie sie auf mich käme, meinte sie: Ich hab Sie bei Stefan Raab gesehen. Ich meinte, ich hätte mir die Zuschauer von Stefan Raab irgendwie anders vorgestellt. Da sagte sie: Ach, ab und an guck ich das ganz gerne. Deshalb denke ich nicht in den Kategorien "Zielgruppe und Streuverluste" sondern "Etappenziel und Streugewinne". Für mich ist der Gradmesser, ob die Gäste, die Experten und das Studiopublikum Spaß haben, ob die Kinder sich wohl fühlen, ob die Inhalte interessant sind. Wenn das viele Leute gucken, ist es schön - wenn es wenige Leute gucken, die dabei richtig Spaß haben, ist das auch schön.