Bezahlfernsehen:Discovery gegen Sky - wenn alle Sieger sind

Medienkonzern Discovery Deutschland

Weiterhin werden Sender des Medienkonzerns Discovery durch den Pay-TV-Anbieter Sky verbreitet.

(Foto: dpa)

Pay-TV-Anbieter Sky verbreitet weiterhin die Eurosport-Kanäle von Discovery. Die Einigung erfolgte in letzter Minute.

Von Caspar Busse

Sportfans wissen es aus Erfahrung: Bei einem Endspiel, und sei es noch so spannend, geht der eine als Sieger und der andere als Verlierer vom Platz. Im Wirtschaftsleben ist das eigentlich nicht anders.

Deshalb ist es durchaus verwunderlich, dass nach der harten Auseinandersetzung zwischen den Medienkonzernen Discovery und Sky nun beide Seiten den Sieg für sich reklamieren. In der Nacht zum Mittwoch hatte es nach langen Verhandlungen in letzter Minute noch eine Einigung gegeben. Auch künftig sind die Discovery-Sender Eurosport 1 HD, Eurosport 2 HD, Eurosport 360 HD und Discovery Channel im Sky-Angebot enthalten. In der Nacht wäre der Vertrag ausgelaufen, der nun doch noch verlängert wurde. Auch für insgesamt zwölf Discovery-Sender in Großbritannien gab es eine Einigung. Vorausgegangen war ein Schlagabtausch. Discovery hatte die Zuschauer bereits gewarnt, dass die Sender möglicherweise bald nicht mehr zu sehen sind. Die Aufregung war groß.

Sky hatte mitgeteilt, Discovery fordere bis zu einer Milliarde Pfund, das sei angesichts der sinkenden Beliebtheit der Kanäle unangemessen viel. Das dementierten die Amerikaner und bezichtigten ihre Vertragspartner der Lüge. Das Klima war nicht das beste, auch wenn in den Gesprächen bereits am Wochenende eine Wende eingetreten sein soll.

In ruppigem Ton

Nun also bleibt erst einmal alles, wie es ist. Discovery habe den Vorschlag akzeptiert, "den wir ihnen vor über einer Woche unverändert unterbreitet haben", teilte Sky mit. Es wurden also keine Zugeständnisse gemacht, soll das heißen. Discovery wiederum konterte mit einer weiteren Mitteilung, die Einigung sei für sie jetzt "bedeutsam besser" als der ursprüngliche Vorschlag. Bei Sky ist man offenbar nicht besonders erfreut über den zunehmenden ruppigen Ton von Discovery. Das Unternehmen, das zum Einflussbereich des Medienunternehmers John Malone gehört, hat zuletzt die TV-Rechte an den Olympischen Spielen erworben und demonstriert seitdem viel Selbstbewusstsein. Sky wiederum gehört Malone-Konkurrent Rupert Murdoch und ist der führende Anbieter von Pay-TV.

Von der Saison 2017/18 an zeigt Eurosport insgesamt 45 Bundesligapartien im Pay-TV, die Rechte, die bislang bei Sky lagen, wurden bei der letzten Auktion erworben. Die Gespräche dazu würden in den kommenden Wochen separat geführt, hieß es. Offen ist damit, ob Sky-Kunden die Spiele künftig einfach bei Eurosport sehen können oder nicht.

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