"Allegra" wird eingestellt Exitus nach Wiederbelebung

Schon im Jahr 2014 gab es eine einmalige Revivalausgabe von Allegra. Deren Erfolg machte dem Verlag Hoffnung, die aber offenbar enttäuscht wurde. Die Dezemberausgabe ist die letzte.

(Foto: Axel Springer Verlag)

Wirtschaftlich nicht zu halten: Nach gerade mal sechs Ausgaben stellt der Axel-Springer-Verlag die erst im März wiederbelebte und ehemals sehr erfolgreiche Zeitschrift "Allegra" ein.

Von Katharina Riehl

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Allegra soll "Ein Heft zum Resümieren" sein, heißt es auf dem weihnachtlich sterneverzierten Titelblatt. Diese Aufforderung hat man beim Axel-Springer-Verlag offenbar ziemlich wörtlich genommen, denn eben jene Dezemberausgabe wird nun vermutlich ein für alle Mal die letzte sein.

Das erst im März wiederbelebte Heft wird nach sechs Ausgaben eingestellt, am Mittwochabend wurde die Redaktion informiert, am Donnerstag folgte eine Pressemitteilung. Der Verlag müsse, heißt es darin, "das Fazit ziehen, dass es trotz vieler begeisterter Rückmeldungen keine stabile wirtschaftliche Perspektive gibt".

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Allegra, Mitte der Neunzigerjahre gegründet, war mal eine kleine deutsche Zeitschriftenlegende. Mit schwarz-weißem Cover und ausgezeichneten Autoren gelang ein Frauenmagazin ohne Frauenklischees.

Das Heft gewann damals zahlreiche Preise - das Aufsehen, dass Springer die prominente und 2004 erstmals beerdigte Marke (wenn auch mit deutlicher kleinerer Mannschaft und minimiertem Risiko) zurückholte, war entsprechend groß.

Die Neuauflage war journalistisch sehr gut; den Anschein, etwas völlig Neues zu machen, erweckte Allegra im Jahr 2016 aber nicht mehr.

Wie genau sich die Verkaufszahlen der Zeitschrift entwickelt haben, ist bei Springer auf Nachfrage nicht zu erfahren. Die Druckauflage sank allerdings von anfänglich 120 000 auf am Ende nur noch 70 000 Stück.