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Studie zu Kaugummi:Kauen gegen Hüftspeck

Kaugummi wirkt gegen Fettleibigkeit, haben Forscher herausgefunden. Eine andere Studie zeigt, dass der Einfluss von Übergewicht auf die Gesundheit überschätzt wird.

Zuckerfreier Kaugummi zügelt den Appetit und erhöht den Kalorienverbrauch. Das berichtete die Ernährungswissenschaftlerin Kathleen Melanson von der University of Rhode Island auf einer Tagung der US-amerikanischen Gesellschaft für Fettleibigkeit, die Untersuchungen an 35 gesunden Männern und Frauen vorgenommen hatte. Mal ließ sie diese vor dem Essen zuckerfreien Kaugummi kauen und mal nicht.

Die Probanden, die Kaugummi gekaut hatten, nahmen im Durchschnitt 67 Kalorien weniger zu sich und verbrauchten mehr Energie. Die Wissenschaftlerin geht davon aus, dass das Kauen Nerven in den Kiefermuskeln anregt, die dann Sättigungssignale an das Gehirn senden. "Basierend auf diesen ersten Ergebnissen lässt sich die These aufstellen, dass Kaugummi hilfreich bei der Gewichtsabnahme sein kann", sagt Melanson. Zur Bestätigung ist nun eine größere Studie geplant.

Allerdings: Eine andere Untersuchung hat bestätigt, dass der Einfluss von Übergewicht auf die Gesundheit weit überschätzt wird. Eine Analyse Dutzender Studien zu der Thematik zeigt, dass ein moderat erhöhtes Körpergewicht die Sterblichkeit nicht erhöht.

Fettleibigkeit ist dagegen durchaus mit Gesundheitsrisiken verbunden. Forscher der Universität Hamburg prüften insgesamt 42 Studien, die den Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Gesundheit untersuchten. Resultat: Übergewicht erhöht die Mortalität nicht, Fettleibigkeit steigert sie dagegen um etwa 20 Prozent, in Extremfällen sogar noch stärker.

Allerdings erhöht Korpulenz die Anfälligkeit für die koronare Herzerkrankung um etwa 20 Prozent, Fettleibigkeit steigert dieses Risiko sogar um 50 Prozent. Andererseits schützte ein hoher Körper-Masse-Index vor Knochenbrüchen. Die Krebssterblichkeit lag selbst bei extrem dicken Menschen nicht höher als bei Normalgewichtigen. Bei Männern senkte Übergewicht dieses Sterberisiko sogar um sieben Prozent, wie die Forscher im Deutschen Ärzteblatt International schreiben.

© ap/pfau

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