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Soziales - Hamburg:Kollektiv bringt obdachlose Menschen in Hotel unter

Corona
Volker Mähl sitzt in einem Hotelzimmer in Hamburg-Altona. Mähl ist obdachlos und einer von zwanzig Menschen, für die die Initiative "Hotels for Homeless" ein Hotelzimmer für die Wintermonate organisiert hat. Foto: Daniel Reinhardt/dpa/Aktuell (Foto: dpa)

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Hamburg (dpa/lno) - Ein Hamburger Bündnis gemeinnütziger Organisationen bringt obdachlose Menschen bis März in einem Hotel unter, um sie vor dem Coronavirus und der Winterkälte zu schützen. "Wir haben aus der ersten Corona-Welle im März diesen Jahres gelernt. Daher warten wir nicht mehr, bis sich Verantwortliche in Hamburg um den angemessenen Schutz für Obdachlose kümmern und handeln selbst", sagte Nikolas Migut, Initiator der Aktion "Hotels for Homeless" und Gründer des Vereins Strassenblues. Weitere Unterstützer sind CaFée mit Herz, GoBanyo, Hamburger Gabenzaun, Hanseatic Help, JesusCenter und Pfand gehört daneben.

Seit dem 9. November wohnen inzwischen 20 obdachlose Menschen in einem einfachen Hotel in der Nähe der Sternbrücke im Schanzenviertel. Sie sind in kleinen Einzelzimmern untergebracht, Ehrenamtliche kümmern sich auch um Essen, Hygieneartikeln, Wäschegeld und eine persönliche Betreuung. "Wir möchten den Menschen langfristig eine Perspektive geben, die sie zurück ins System und aus der Obdachlosigkeit führen soll", sagte Migut. Er wünscht sich, dass das Projekt Modellcharakter hat und in ähnlicher Form von der Stadt Hamburg übernommen wird. "Wir machen das jetzt einfach mal und zeigen, wie es gehen könnte."

Dafür hat der Verein Strassenblues aus eigenen Mitteln 50 000 Euro eingesetzt und inzwischen weitere 30 000 Euro Spenden gesammelt. Aber es gibt noch genug Obdachlose, die ebenfalls unterkommen möchten. Jeweils rund 4000 Euro werden benötigt, um einen obdachlose Menschen für fünf Monate vor Corona und Kälte zu schützen und in einem Hotel-Einzelzimmer unterzubringen.

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