Serie: Konflikte in der Pubertät Erwachsenwerden ist riskant

  • Je älter das Kind wird, desto größer - und für diese oft schmerzhafter - wird die Distanz zu den Eltern.
  • Wenn Tochter oder Sohn in die Pubertät kommt, ist das Handy plötzlich viel wichtiger als die Realität, scheint die Familie als Gemeinschaft irrelevant geworden zu sein.
  • Erziehungsexpertin Monika Czernin gibt Tipps für fünf alltägliche Konfliktsituationen.
Von Katja Schnitzler

Risikofreude gehört zur Pubertät.

(Foto: Ute Grabowsky/photothek.net)

Ein kurzer Wortwechsel, und die Stimmung zwischen Teenagern und Eltern ist am Tiefpunkt - mal wieder. Damit das Zusammenleben mit Jugendlichen nicht zum täglichen Kampf gegen den Frust wird, erklärt Erziehungsexpertin Monika Czernin, wieso sich viele Eltern und Jugendliche über die gleichen Probleme streiten.

1. Ständig sind Teenager virtuell in Kontakt - und das Handy wird auch zu Hause nicht mal für eine Minute aus den Augen gelassen. Den Rest der Familie macht das leider wahnsinnig.

Aktive Kinder mit Freunden und Hobbys sind nicht in Gefahr, sich ausschließlich mit Handy und Computer zu beschäftigen, sondern sie nutzen die Medien meist klug und mit Bedacht: Während des Fußballtrainings oder der Orchesterprobe chattet (fast) niemand.

Allerdings sollten Eltern frühzeitig auf genügend Alternativangebote achten und sich dabei bewusst machen, wie wichtig der direkte Kontakt zu Gleichaltrigen ist. Ist dieser Kontakt gestört, können Jugendliche schon mal besonders viel vor dem Bildschirm hocken, womit sie in einen Kreislauf geraten: mehr Computer, weniger Sozialkontakte, was wiederum mehr Zeit vor dem Computer zur Folge hat.

Außerdem sollten Eltern in Bezug auf den Hang zum Smartphone ruhig die Perspektive wechseln und wahrnehmen, mit welcher Schnelligkeit und Kommunikationskompetenz Jugendliche moderne Medien nutzen. Sie sind bestens gerüstet für die digitale Zukunft.

"Und was etwa Tischmanieren betrifft, kommt man mit absolut starren Regeln nicht weiter", ist Czernin überzeugt. Vielleicht sei es ja ganz interessant, eine Information am Smartphone auch bei Tisch zu googeln und so die Unterhaltung sogar zu bereichern. Und ein gutes Gespräch verhindere sowieso, dass jemand dauernd aufs Handy linst.

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