70 Jahre Grundgesetz Wenn einbalsamierte Grundrechte zum Leben erwachen

Studentenprotest mit Kind, Frankfurter Hauptwache 1962: Die Spiegel-Affäre endete auf lange Sicht mit dem Sieg des freien Wortes.

(Foto: dpa; Bearbeitung SZ)

Meinungsfreiheit und Pressefreiheit kennzeichnen das Wesen des Rechtsstaates. Sie können Mächtigen gefährlich werden.

Von Heribert Prantl

Die Meinungsfreiheit ist die Grundlage jeder Freiheit überhaupt. So steht es in einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 1958. Dieses sogenannte Lüth-Urteil ist vielleicht das wichtigste Urteil, das von diesem Gericht je gefällt worden ist.

Auslöser war ein Fall, der aufs Engste mit der deutschen Geschichte verbunden ist: Der Regisseur Veit Harlan hatte 1940 den antisemitischen Hetzfilm "Jud Süß" gedreht. Als Harlan dann 1951 den Film "Unsterbliche Geliebte" in die Kinos brachte, rief Erich Lüth, Chef des Hamburger Presseamtes, ...

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