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Gesellschaft:Royals bereiten sich auf Trauerfeier für Prinz Philip vor

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Windsor/London (dpa) - Die britische Königsfamilie bereitet sich auf die Trauerfeier von Prinz Philip an diesem Samstag vor.

Prinz Charles (72) und seine Frau Herzogin Camilla (73) besichtigten am Donnerstag ohne Öffentlichkeit Blumen und Beileidskarten, die - trotz der Bitte, davon abzusehen - noch immer von Menschen am Buckingham-Palast abgelegt werden.

Prinz Philip war am vergangenen Freitag im Alter von 99 Jahren gestorben. Die Royals werden bei der Trauerfeier auf dem Gelände von Schloss Windsor einem Medienbericht zufolge unter anderem aus Rücksicht auf Prinz Harry wohl keine Militäruniformen tragen. Die Queen wolle, dass die Männer der Familie zivile Kleidung tragen, schrieb die Zeitung "The Sun" unter Berufung auf Insider-Quellen in einem Bericht, den am Donnerstag auch der "Guardian" zitierte.

Eine Stellungnahme des Buckingham-Palasts zur Kleiderordnung und weiteren Details stand zunächst noch aus. Neben dem engsten Familienkreis werden am Samstag auf Schloss Windsor mehrere hundert Militärvertreter Teil der Zeremonie sein. Mit Spannung wird besonders die Gästeliste erwartet.

Da Prinz Harry (36) sich mit seiner Frau Meghan (39) aus dem Königshaus zurückgezogen hat, musste er auch seine militärischen Titel abgeben. Laut Protokoll darf er daher auch nicht mehr in militärischer Uniform auftreten, sondern höchstens seine Medaillen auf einem Anzug tragen. Damit Harry nicht als einziges hochrangiges Familienmitglied ohne Uniform kommen muss, soll nun dem Bericht zufolge die gesamte Familie auf diese verzichten.

Der Kompromiss könnte ein erster Schritt für eine Annäherung zwischen Prinz Harry und seiner Familie sein. Die Gräben hatten sich seit seinem Abschied vertieft - vor allem nach dem Fernsehinterview von Harry und Meghan, in dem diese Rassismus und mangelnde Unterstützung im Königshaus kritisiert hatten.

Ein weiterer Grund für den Verzicht auf Uniformen könnte den Berichten zufolge aber auch der Wunsch von Prinz Andrew (61) gewesen sein, eine Admiralsuniform zu tragen. Die Beförderung zum Admiral hätte eigentlich zu seinem 60. Geburtstag angestanden, Andrew verzichtete aber wegen Vorwürfen gegen ihn im Epstein-Missbrauchsskandal.

Der zweitälteste Sohn der Queen war wegen seiner Freundschaft mit dem inzwischen gestorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein in Bedrängnis geraten. Er hatte sich Ende 2019 von seinen royalen Aufgaben vorerst zurückgezogen. Epstein soll jahrelang einen Missbrauchsring mit minderjährigen Opfern betrieben haben. Eine Frau behauptet, sie sei als 17-Jährige mehrmals zum Sex mit dem Herzog von York gedrängt worden. Andrew bestreitet das. Doch in einem als Befreiungsschlag gedachten BBC-Interview machte er keine gute Figur.

© dpa-infocom, dpa:210415-99-213732/3

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