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Gesellschaft - Erfurt:Lesben- und Schwulenverband kommentiert Koalitionsvertrag

Jena/Erfurt (dpa/th) - Der Vertrag über eine angestrebte Minderheitsregierung von Linke, SPD und Grüne hat gemischte Reaktionen beim Lesben- und Schwulenverband (LSVD) hervorgerufen. So begrüßte der Thüringer Landesverband am Dienstag das Bekenntnis der Koalitionsparteien zur Stärkung des Landesprogramms für Akzeptanz und Vielfalt. "Insgesamt hätten wir uns aber deutlich mehr erwartet", sagte René Mertens vom Bundesverband.

Über die Bekämpfung von homophober und transfeindlicher Hassgewalt sei nichts in der Vereinbarung zu lesen, hieß es. So fehle etwa eine Statistik über entsprechende Straftaten. SPD, Grüne und auch die Linke hätten aber vor der Landtagswahl zugesagt, konkrete Schritte zum Schutz vor solcher Kriminalität unternehmen zu wollen. "Da muss nachgebessert werden", so Mertens.

"Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans-, intergeschlechtliche und queere Menschen müssen auch in Thüringen als gleichwertiger Teil der Gesellschaft wahrgenommen und akzeptiert werden", sagte Conrad Gliem vom LSVD-Landesvorstand. Dass dieses Ziel in allen Politikbereichen umgesetzt werden muss, fehle im Vertrag völlig.

Der LSVD hat nach eigenen Angaben in Thüringen etwa 50, bundesweit mehr als 4500 Mitglieder. Zusätzlich gehören Vereine und Institutionen dazu.

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