Essay über Städtehass München ist dämlich!

Illustration: Bene Rohlmann

Berlin aber auch. Und Köln erst! Ein Lob auf die Kunst der Städtebeschimpfung - weil es ungemein gut tut, über die Stadt, in der man lebt und an der man leidet, vom Leder zu ziehen.

Von Johanna Adorján

Gerade ist ein kleiner, gemeiner, herrlicher Band bei Suhrkamp erschienen, der alle Städtebeschimpfungen versammelt, die von Thomas Bernhard überliefert sind. Schriftlich überliefert, muss man wohl sagen, denn es ist auszuschließen, dass der Mann, der das Grantlertum zur literarischen Kunstform erhob, nicht auch privat die finstersten Verwünschungen ausstieß, wenn es etwa um Augsburg ging. Insbesondere, wenn es um Augsburg ging.

In Bernhards Theaterstück "Die Macht der Gewohnheit" lässt der Zirkusdirektor Caribaldi seine Truppe jeden Tag Schuberts "Forellenquintett" proben, unerbittlich, seit nunmehr ...