Barbara Schöneberger "Denk jetzt bitte an ein Nilpferd"

Barbara Schöneberger ging es so gut, dass sie ihr Glück verstecken wollte. Nun hat sie eine neue CD, einen tollen Typen und viel Ärger.

Von Christian Mayer

Barbara Schöneberger soll über Musik reden, über ihre CD, aber das ist ganz schön schwierig, unter diesen Umständen. Sie sitzt in einem Münchner Hotel, es ist der Beginn eines vierwöchigen Dauerlaufs durch alle möglichen Sendungen; eigentlich müsste sie sehr entspannt sein, aber im Hintergrund dudelt diese nervige Kaufhausmelodie, und eine offenbar schwerhörige Dame am Nebentisch brüllt in einer fremden Sprache in ihr Handy.

"Ich bin ein armes, schwaches Individuum": Barbara Schöneberger hat festgestellt, dass sie sich dem Interesse der Öffentlichkeit nicht entziehen kann (Bild von der Verleihung des Deutschen Filmpreises im April).

(Foto: Foto: ddp)

Schöneberger rollt ein wenig mit den Augen, aber dann klingelt es auch bei ihr. Mehrmals. Erst läutet das eine Mobiltelefon, mit dem sie ihr Privatleben zu lenken versucht, dann das zweite, das für ihre beruflichen Termine, es klingelt im Minutentakt, und schließlich springt die Frau mit den zwei Telefonen vom Tisch auf und ergibt sich den Anrufern.

Die Situation erinnert an das Schlusslied ihres neuen Albums, in dem sie davon singt, dass sie von Schwätzern und Wichtigtuern umzingelt ist. "Barbaradies, Barbaradas", so geht das los: "Alle Welt ruft nach mir. Ich habe ständig Tag der offenen Tür". Jawohl, "das Leben ist eine Talkshow", und die 35-Jährige hat sich darin ziemlich gut eingerichtet.

Die Hochzeit soll privat bleiben

Endlich schweigen die Telefone. Im leeren Hotelrestaurant ist nur noch Barbara Schöneberger zu hören, die es versteht, Gesprächspartner charmant vom Thema abzulenken. Gerade versucht sie, die Ereignisse der letzten Tage vergessen zu machen. Wie man den Boulevardzeitungen entnehmen konnte, hat sie vor kurzem geheiratet, einen IT-Unternehmer aus adligem Hause.

Leider ist die Sache ein wenig aus dem Ruder gelaufen. Weil sie partout nicht über die Hochzeitsfeier sprechen will, haben die bunten Blätter eine Treibjagd veranstaltet, die nun zu juristischen Reibereien mit großen Medienhäusern führt. "Ich hätte nicht gedacht, dass man sich diesem Sog gar nicht entziehen kann", sagt Schöneberger ein wenig resigniert.

Sogar die Chefin des führenden Klatschorgans hat sich in einem gehässigen Editorial dafür ausgesprochen, dass Schöneberger nicht länger ihr Privatleben verstecken dürfe. Deutschlands bekannteste Werbefigur nach Verona Pooth sei "kein liebes Mäuschen, sondern eine Sexbombe auf der Bühne, kein Gesamtkunstwerk in Pianissimo, sondern in Fortissimo", schreibt die Bunte.

Schöneberger spricht von "verschmähter Liebe" und beteuert, sie sei ein "armes schwaches Individuum". Das soll nach Ironie klingen, wirkt aber ungewollt ernsthaft, weil sie zugleich anmerkt, dass sie in der Angelegenheit die Kontrolle verloren habe und bald reif sei für die Nervenklinik. Ein Besuch beim Seelenmasseur Johannes B. Kerner wäre auch hilfreich, dort kann sie vielleicht erklären, warum sie, die als auskunftsfreudige Selbstdarstellerin bekannt wurde, nun komplett die Schotten dicht macht.

Barbara Schöneberger zu sein, ist lukrativ, aber man darf sich diese Rolle nicht allzu leicht vorstellen. Schließlich muss man es den Leuten immer und überall Recht machen, wenn man auf den Part der überdrehten, vor Witz sprühenden Blondine gebucht ist.

Und es ist ja tatsächlich wahr, dass alle Welt ständig nach ihr ruft: Da sind die Fernsehzuschauer, die regelmäßig die beliebte "NDR Talkshow" mit der Moderatorin Barbara Schöneberger anschauen; die Firmen, die sie im Wochenrhythmus für kommerzielle Zwecke buchen, auch die Werbepartner haben ihre Ansprüche, sie greifen gerne auf die genussfreudige Geschäftsfrau zurück. "Ich habe den Absatz von Kartoffelsalat um 40 Prozent gesteigert - das ist eine Quote, die ich mit anderen Dingen nicht erreiche", sagt sie mit entwaffnender Ehrlichkeit.

Auf der nächsten Seite: Von der ewigen Kleiderfrage und Schönebergers Bedürfnis, als Künstlerin wahrgenommen zu werden.

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