VenedigWas Sie auf der Biennale nicht verpassen sollten

Kritische Oper, Anti-Rassismus - und ein Schiff, das ein Grab ist. Surrealismus trifft bitteren Realismus auf der Kunst-Biennale. Ein Best-of aus Venedig.

Von Catrin Lorch und Kia Vahland

Litauischer Pavillon

Das Meer ist das Motiv dieser Biennale - es ist, als müsse das Publikum sich angesichts steigender Meeresspiegel, von Flüchtlingsbooten und Vermüllung der Ozeane noch einmal dieses Sehnsuchtsortes versichern. Und nach der Flut der dramatischen Bilder und Installationen hat dann der sanfteste unter den Beiträgen gewonnen: "Sun & Sea (Marina)" im litauischen Pavillon. Da das Land kein Haus an der Lagune unterhält, hat die Kuratorin Lucia Pietrouisti ein altes Lagerhaus im Militärhafen für die Regisseurin Rugilé Barzdziukaite, die Drehbuchautorin Vaiva Grainyté und die Komponistin Lina Lapelyté hergerichtet: Sand aufgeschüttet, Badelaken ausgelegt, Heizstrahler und UV-Lampen installiert. Jetzt spielen Statisten und Sänger dort Strand, als Oper, während der Badegäste ihre Solos singen - sie handeln von störenden Müll, Hundehaufen, ausbleichenden Korallenriffen. Der Strand ist eine unbehagliche Vision von menschlicher Ignoranz, aber auch eine sexy unterhaltsame. Von Catrin Lorch

Bild: Lena Klimkeit/dpa 11. Mai 2019, 22:182019-05-11 22:18:16 © SZ.de/luch/lala