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Rätselhafter Monolith in der Türkei:Auf Wiedersehen

Nicht aufgepasst: Der Monolith im Hintergrund ist - trotz Bewachung - wieder weg. Geheimdienstler ermitteln.

(Foto: Bekir Seyhanli/AP)

Der mysteriöse Monolith in der Türkei ist wieder spurlos verschwunden. Dabei hatte er sogar Bewacher.

Von Tomas Avenarius

Je seltsamer seltsame Geschichten erscheinen, desto interessanter können sie werden: Ein drei Meter hoher Metallblock mit einer alttürkischen Runeninschrift, der vor vier Tagen auf einem Acker in der Nähe der prähistorischen anatolischen Kultstätte Göbekli Tepe gefunden worden war, ist über Nacht wieder spurlos verschwunden. Und das, obwohl der seltsame Klotz rund um die Uhr von Polizisten bewacht worden sein soll - jedenfalls, wenn man der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu Glauben schenken darf. Die Zeitung Cumhuriyet berichtete in gewohnt trockener Art, die Polizei habe eine Sonderkommission gebildet, Geheimdienstler seien im Team. Man habe die Anwohner des nahen Örencik Mahallesi befragt und werte nun die Kameras an den Straßen aus.

Ein Bauer hatte die aufrecht stehende, glänzende Stele auf seinem Grund nahe der Großstadt Şanliurfa entdeckt. Auf dem geheimnisvollen Block stand in Runen eingraviert: "Schau in den Himmel und sieh dir den Mond an." Nicht weit von der Fundstelle entfernt liegt die prähistorische Kultstätte Göbekli Tepe, der 12 000 Jahre alte "bauchige Hügel" gilt als das türkische Stonehenge. Sie besteht aus kreisförmig angeordneten Stelen in T-Form, die kunstvoll mit Tiermotiven und Ornamenten verziert sind. Wer die steinzeitliche Stätte mit den tonnenschweren Stelen erbaut hat und wozu sie diente - ob als Tempel oder Wallfahrtsort -, ist bis heute unklar: So gesehen passt die flüchtige Metallstele bestens an den Ort.

© SZ/beg
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Huch, mal wieder ist scheinbar aus dem Nichts ein Monolith aufgetaucht, diesmal in der Türkei - ausgerechnet in der Nähe der ohnehin schon rätselhaften Kultstätte Göbekli Tepe.

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