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Street-Art-Künstler in New York:Ein echter Banksy?

Banksy art piece in New York

Ist diese Installation vom Street-Art-Künstler Banksy? Sie tauchte plötzlich in New York auf und schnell wurde darum gerätselt.

(Foto: Andrew Gombert/dpa)

Seit Oktober ist der Street-Art-Künstler Banksy in New York. In der Stadt, in der Graffiti verboten sind, sorgt der Brite schon nach wenigen Tagen für Diskussionen. Und für Rätselraten um einen Laster voller Stofftiere.

Von Anne Hemmes

Seit Anfang Oktober ist der britische Street-Art-Künstler Banksy in New York. Bis dato war es ziemlich ruhig geworden um den Künstler, der seinen wahren Namen geheim hält. Doch seit Anfang des Monats veröffentlicht er jeden Tag ein Werk, das er in New York platziert. Unter dem Motto "Better Out Than In" erschien zuerst ein Graffito, das das Verbot der Straßenkunst in New York thematisiert. Und auch seine anderen New Yorker Arbeiten provozieren.

Eine mögliche Arbeit von Banksy sorgt aktuell für Diskussionen auf einigen Blogs. Ein Passant sah einen kleinen mit Stofftieren vollgestopften Laster, die tierische Geräusche von sich geben, und überlegte, ob es eine Arbeit von Banksy sein könnte. Angeblich soll auch jemand auf der Ladefläche gewesen sein und geklopft haben, sodass es schien, als wollten die Tiere ausbrechen. Das berichtet der Passant, der die Bilder des Trucks anonym an eine New Yorker Webseite geschickt hat.

Grund für die Annahme, dass diese Inszenierung von dem britischen Künstler stammt, ist unter anderem eine Telefonnummer, die auf dem Wagen prangt. Bei einigen seiner New Yorker Graffiti gab Banksy eine Nummer mit fortlaufender Endziffer an, unter der die Anrufer Informationen zum Werk bekommen. Es ist die gleiche, die auch auf dem Truck mit den Stofftieren zu sehen ist, und die fortlaufende Endziffer passt ebenfalls.

Ein weiteres Indiz, dass die tierisch plüschige Installation von Banksy sein könnte: Unter den bisherigen zehn New Yorker Arbeiten gibt es eine weitere Installation in einem Laster. Die Türen sind offen und der Betrachter blickt auf eine Ladefläche, die in einen Garten verwandelt wurde inklusive Regenbogen, Wasserfall und Schmetterlingen. Auch diese Arbeit wurde mit einer Telefonnummer veröffentlicht.

Nur gucken, nicht anfassen

Eine weitere Installation zeigt Pferde mit Nachtsichtgeräten hinter einem ausrangiertem Auto. Wer die Telefonnummer anruft, die Banksy zu diesem Werk hinterlassen hat, bekommt einen 39-minütigen Audioclip zu hören: die Aufnahme von einem Luftangriff am 12. Juli 2007 in Bagdad, bei dem mehrere Zivilisten und zwei Reuters-Journalisten getötet wurden.

Für Aufsehen sorgte dagegen das jüngste New Yorker-Graffito des Briten vom 10. Oktober: Ein Biber, der neben einem umgekippten Parkschild steht. Nicht wirklich aufregend, aber aufregend genug für Fans des Street Art-Künstlers, die das Werk unbedingt fotografieren wollten. Nah ran kamen sie aber zunächst nicht. Zwei New Yorker wollten aus dem Graffito Geld machen und verdeckten es kurzerhand mit einem Pappkarton.

Wer es fotografieren wollte, sollte den beiden 20 Dollar zahlen, schrieb eine Passantin in dem Fotodienst Instagram, die die Szene beobachtete. Bei Passanten und Fans des Künstlers kam das nicht besonders gut an.

© SZ.de/ihe/liv
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