Musik und Haltung:Auch Joni Mitchell will Spotify boykottieren

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Musik und Haltung: Joni Mitchell bei einem Auftritt in Los Angeles 2007. Damals spielte Spotify noch keine Rolle, nun dominiert die Plattform die Musikindustrie mit.

Joni Mitchell bei einem Auftritt in Los Angeles 2007. Damals spielte Spotify noch keine Rolle, nun dominiert die Plattform die Musikindustrie mit.

(Foto: Frederick M. Brown/AFP)

Es gehe um "Lügen, die Menschenleben kosten", so die Musikerin in einem Statement. Sie unterstützt damit Neil Young in einer Aktion gegen Desinformation in der Corona-Debatte.

Im Streit um die Rolle von Spotify in der Coronavirus-Debatte und Desinformation hat nun auch Joni Mitchell Partei ergriffen - und will dem weltgrößten Musik-Streamingdienst ebenfalls alle ihre Songs entziehen. "I Stand With Neil Young!" ("Ich bin auf Neil Youngs Seite!") heißt es dazu auf der Website des Stars.

Menschen ohne Verantwortungsgefühl seien dabei, "Lügen, die Menschenleben kosten, zu verbreiten", so Mitchell in ihrem kurzen Statement. Sie teilte außerdem den offenen Brief von etwa 200 Experten aus Medizin und Wissenschaft, die darin bereits zum Jahreswechsel an Spotify appellierten, einen Podcast zu löschen.

Lügen gegen Geld

Im fraglichen Podcast (dem erfolgreichsten auf Spotify) verbreitet demzufolge Joe Rogan seit geraumer Zeit Verschwörungserzählungen in Bezug auf die Pandemie und schürt Misstrauen gegen Forschung und Impfungen.

Neil Young hatte vor einigen Tagen die Plattform vor die Wahl zwischen der Sendung und seiner Musik gestellt: "Sie können Rogan oder Young haben. Nicht beide." Spotify wolle seinen Nutzern alle Musik- und Audioinhalte zugänglich machen, hieß es daraufhin am Mittwoch in einem Statement des Unternehmens. Das bringe "eine große Verantwortung mit sich, wenn es darum geht, ein Gleichgewicht zwischen der Sicherheit für die Hörer und der Freiheit für die Urheber zu schaffen." Am 27. Januar wurden Youngs Songs entfernt, was den Hashtag #spotifydeleted in den sozialen Medien trenden ließ und eine breitere Debatte um Haltung und Profitdenken befeuert hat.

Young schrieb auf seiner Website unter anderem, dass Spotify zuletzt "durch öffentliche Desinformation und Lügen über Covid-19" zu einer "sehr zerstörerischen Kraft" geworden sei. Lügen würden dort zu Geld gemacht, und daran wolle er sich nicht beteiligen - auch wenn er und seine Plattenfirma dadurch 60 Prozent seiner globalen Streamingeinnahmen verlieren würden.

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