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Sanierung:Auf den Punkt

Glyptothek

So schön oder noch viel schöner soll sich die Glyptothek am Königsplatz präsentieren, wenn sie im November wiedereröffnet wird. Im Moment ist das Haus jedoch noch mit Staubschutzmatten umhüllt und von einem Bauzaun umgeben.

(Foto: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek)

Die Glyptothek soll im November nach zwei Jahren wiedereröffnet werden, in den Antikensammlungen setzt man derweil auf mehr Sonderausstellungen und Theater

Von Evelyn Vogel

Es ist eine Nachricht, die man so nicht alle Tage hört: Die Sanierung eines öffentlichen Gebäudes soll nicht nur früher als geplant fertig werden, sie bleibt - wenn alles so läuft wie bisher - auch noch im Kostenrahmen. Deshalb schwingt eine gehörige Portion Stolz mit in der Stimme von Florian S. Knauß, dem leitenden Sammlungsdirektor der Antikensammlungen und der Glyptothek am Königsplatz, als er am Mittwoch verkündet: Die seit 22. Oktober 2018 geschlossene Glyptothek, deren 17 Millionen Euro teure Sanierung laut Planung im Mai 2021 abgeschlossen sein soll, wird voraussichtlich zum 19. November dieses Jahres wieder zugänglich sein. Alle Beteiligten habe der Ehrgeiz gepackt, das Haus mit der für dieses Datum geplanten großen Geburtstagsausstellung des dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen wiederzueröffnen.

Was Knauß nicht sagt: Im Herbst 2018 hatte er verkündet: Am 13. Oktober 2020, zum 190. Jubiläum des Klenze-Baus, soll die Glyptothek wiedereröffnet werden. Aber auch wenn es nun einen Monat später wird, beachtlich ist es allemal, dass man sogar unter der Planungszeit bleibt und keine Kostensteigerung zum Ärgernis wird. Und Knauß' Lob für Bauamtsverantwortliche, Planer und Handwerker, "alle leisten Vorbildliches, was Zeit und Qualität betrifft", ist gewiss gerechtfertigt. Da kann man Knauß und seinem Team nur die Daumen drücken, dass wirklich alles klappt.

Auch die Sicherheitstechnik, die nach dem Kunstraub im Grünen Gewölbe in Dresden relevanter denn je ist, müsse nicht nachgebessert werden, da man hier schon im Vorfeld einen hohen Standard geplant habe. Neben Sicherheitstechnik und Brandschutz, Barrierefreiheit und sanitären Anlagen betrifft die Sanierung vor allem die Fassade, unter anderem, "damit den Besuchern nichts aufs Hirn fällt", wie Knauß trocken anmerkt.

Während man bei der Glyptothek "auf gutem Wege" sei, harren die Antikensammlungen einer Sanierung. Dass auch dieses Haus sanierungsbedürftig sei, sei kaum mehr zu übersehen, betont Knauß, "aber es wird wohl noch etwas dauern, bis die zuständigen Stellen das auch erkennen". Bis dahin stecke man verstärkt Bemühungen in Sonderausstellungen, um die Besucherzahl von 60 000 pro Jahr, die sich in den zurückliegenden Jahren auf diesen Wert immerhin verdoppelt habe, zu halten.

Im März wird zeitgenössischer dänischer Schmuck zu sehen sein, womit man dem deutsch-dänischen kulturellen Freundschaftsjahr huldigt. Die Grenzziehung zwischen Deutschland und Dänemark im Jahr 1920, eine der wenigen friedlichen, wie Knauß anmerkt, ist der Ausgangspunkt eines Kulturprogramms, das mit der Thorvaldsen-Schau im November in der Glyptothek gekrönt werden soll. Dazwischen zeigen die Antikensammlungen von Juni an die Sonderausstellung "Hund, Katze, Maus. Tiere in der Antike", was dann doch sehr an die Ausstellung "Treue Freunde" im Bayerischen Nationalmuseum erinnert. Aber, so beeilt sich Florian Knauß zu betonen, die Planungen für diese Ausstellung seien schon "sehr viel älter" als die des Bayerischen Nationalmuseums. Aber mit Rücksicht darauf habe man ein wenig Abstand gelassen.

Zudem gibt es Theater in den Antikensammlungen: eine Theaterwoche mit "Hekabe" und "Odyssee", im Sommer "Die Akte Sokrates" sowie das üblicherweise im Innenhof der Glyptothek aufgeführte Werk "Wenn du geredet hättest, Desdemona". Lobende Worte gab's noch für das Engagement der Ernst von Siemens Kunststiftung, mit deren Hilfe Ankäufe getätigt sowie Ausstellungs- und Bestandskataloge gefördert wurden.

© SZ vom 16.01.2020
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