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Gesellschaft für deutsche Sprache:"Respektrente" ist das Wort das Jahres

Wort des Jahres

Das "Wort des Jahres" wird seit über vierzig Jahren von der Gesellschaft für deutsche Sprache bestimmt.

(Foto: dpa)
  • Die Gesellschaft für Deutsche Sprache hat "Respektrente" zum Wort des Jahres erklärt. Sie kürt seit 1977 regelmäßig Wörter und Wendungen, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben.
  • Auf den weiteren Plätzen landeten "Rollerchaos" und "Fridays for Future".

"Respektrente" ist das Wort des Jahres 2019. Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag bekannt. Auf Platz zwei landete das Wort "Rollerchaos", auf Platz drei "Fridays for Future."

"Respektrente", das Wort bezeichnet die Einführung einer Grundrente für Personen, die 35 Jahre erwerbstätig waren und dennoch eine Rente unterhalb des Existenzminimums beziehen. "Aus sprachlicher Sicht handelt es sich um die Neubildung eines Hochwertwortes in der politischen Debatte, die der Selbstaufwertung durch Fremdaufwertung dient", hieß es in der Begründung der GfdS. Der Begriff "Respektrente" wurde von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil verbreitet, es gehe es bei ihr nicht ausschließlich um einen Beitrag zur Bekämpfung von Altersarmut, sondern um die "Anerkennung der Lebensleistung". In der Großen Koalition wurde 2019 lange debattiert, ob Heils Pläne diesen Anspruch tatsächlich erfüllen.

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Platz 2, das "Rollerchaos", ist eine Beschreibung der angeblichen Zustände in vielen deutschen Großstädten, in denen 2019 zahlreiche Unternehmen mietbare E-Roller aufgestellt haben. Die Roller - zunächst angekündigt als Beitrag zur Verkehrswende - führten in ihrer ausufernden Masse, ihrer geringen Robustheit und im unsachgemäßen Gebrauch durch ihre Nutzer zu zahlreichen Problemen. Fraglich bleibt auch, ob sie überhaupt einen Beitrag zu einer umweltfreundlicheren Stadt leisten.

Platz 3, der Anglizismus "Fridays for Future", laut GfdS ein "Wort im weiteren Sinne", steht laut Jury-Begründung "wie kein anderer Ausdruck für eine junge Generation, die bereit ist, für ihre Zukunft auf die Straße zu gehen". Die wöchentlichen, weltweiten Schulstreiks hatten 2019 das Thema Klimakrise erfolgreich in den Fokus gerückt.

Auf den weiteren Plätzen landeten: "Schaulästige", "Donut-Effekt", "brexitmüde", "gegengoogeln", "Bienensterben", "Oligarchennichte" und "Geordnete-Rückkehr-Gesetz".

Mit der Aktion "Wort des Jahres" kürt die Gesellschaft für deutsche Sprache seit 1977 regelmäßig Wörter und Wendungen, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben.

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