MeinungSprache und RassismusWas es heißt, keinen Namen zu haben

Gastbeitrag von Mithu Sanyal

Lesezeit: 4 Min.

Wünscht sich mehr Neugier: Schriftstellerin Mithu Sanyal.
Wünscht sich mehr Neugier: Schriftstellerin Mithu Sanyal. imago

Geht es um die Beschreibung von Menschen mit Diskriminierungserfahrungen, kommen wir nicht vom Fleck. Sind wir nicht neugierig genug, um für eine antirassistische Gesellschaft zu kämpfen?

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Als ich auf die Welt kam, gab es für Menschen wie mich keinen Namen. Also, es gab eine Menge Namen, beispielsweise Ausländerin, was angesichts der Tatsache, dass ich in Deutschland geboren wurde und niemals länger irgendwo anders gelebt habe, so weit am Ziel vorbei ist, dass es keinen Sinn mehr ergibt. Ebenso wenig wie die anderen Bezeichnungen, die mit zunehmender Unschärfe für Menschen wie mich geprägt wurden: Gastarbeiterkind - wer lässt seine Gäste arbeiten? Mensch mit Migrationshintergrund - mein Mann ist als 20-Jähriger aus England gekommen, warum nennt ihn niemand Memimi? Weil er weiß ist.

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