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Oscarnominierung:Pina, Pitt und eine Überraschung

Der französische Stummfilm "The Artist" galt seit den Golden Globes als Favorit für einen Oscar. Nun hängt ihn in dieser Rolle Martin Scorseses Verfilmung eines Kinderromans ab. Der deutsche Regisseur Wim Wenders ist mit seiner 3-D-Hommage "Pina" ebenfalls nominiert. Auch George Clooney, Brad Pitt und Meryl Streep dürfen - neben einem weiteren Deutschen - auf den begehrtesten Filmpreis hoffen.

Der deutsche Regisseur ist mit seiner 3-D-Hommage "Pina" für den Doku-Oscar nominiert worden. Die Dokumentation über die 2009 gestorbene legendäre Tänzerin Pina Bausch, Gründerin des Wuppertaler Tanztheaters, tritt bei der Oscar-Vergabe in der Sparte "Bester Dokumentarfilm" gegen vier Mitstreiter an.

"Zum zweiten Mal nach 'Buena Vista Social Club' jetzt die Chance zu haben, als Nominierter im Rennen um die Oscars teilnehmen zu können, ist eine tolle Sache - zumal wir damit der erste 3-D-Film sind, dem diese Ehre zuteilwird", erklärte Wenders am Dienstag über seine Agentur.

Der Hamburger Nachwuchsregisseur Max Zähle schaffte es mit seinem Kurzspielfilm "Raju" überraschenderweise ebenfalls in die Oscar-Endrunde. Er wurde in der Kategorie "Live-Action-Kurzfilm" nominiert. Im vorigen Juni hatte der Absolvent der Hamburg Media School mit "Raju" bereits den bronzenen Studenten-Oscar gewonnen.

Als Favoriten gehen in diesem Jahr der 3D-Film "Hugo Cabret" und die Stummfilm-Hommage "The Artist" ins Rennen um den begehrtesten Filmpreis. "Hugo Cabret" von Regisseur Martin Scorsese wurde in Los Angeles in elf Kategorien für die begehrten Filmpreise nominiert, "The Artist" des französischen Filmemachers Michel Hazanavicius erhielt zehn Nennungen. Der Sportfilm "Moneyball" mit Hollywood-Beau Brad Pitt und das Pferde-Epos "Gefährten" ("War Horse") von Steven Spielberg heimsten je sechs Nominierungen ein.

Diese vier Filme treten dabei in der Königsklasse des besten Films des Jahres gegen fünf weitere an, sodass sich folgendes Kandidatenfeld ergibt:

[] "Hugo Cabret"

[] "The Artist"

[] "War Horse"

[] "Moneyball"

[] "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten" mit George Clooney

[] die Südstaaten-Geschichte "The Help"

[] der Woody-Allen-Film "Midnight in Paris"

[] das Drama "The Tree of Life"

[] die Romanverfilmung "Extrem laut und unglaublich nah"

Früher gab es nur fünf Nominierungen, in den vergangenen Jahren wurden sie auf zehn verdoppelt. Seit diesem Jahr will die preisstiftende Academy die Vergabe flexibler halten und stets zwischen fünf und zehn Filme nominieren.

George Clooney ist für seine Rolle in "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten" für den Oscar als "Bester Hauptdarsteller" nominiert worden. Auch Brad Pitt hat mit "Die Kunst zu gewinnen - Moneyball" eine neue Chance. Er wurde schon zweimal nominiert, bekam die Statuette aber bisher nicht.

Auch für den Engländer Gary Oldman wäre es der erste Oscar. Er schaffte es ins Rennen der besten fünf mit seiner Darstellung im John-le-Carré-Spionagefilm "Dame, König, As, Spion". Demián Bichir ist der unbekannteste der fünf Favoriten, obwohl er in seiner Heimat Mexiko ein Star ist. Ihm könnte seine Rolle in "A Better Life" Oscar-Ehren bringen. Zudem hat Jean Dujardin die Chance für die Hauptrolle in "The Artist".

Um den Oscar für die beste weibliche Hauptdarstellerin ist Meryl Streep für ihre Rolle als "Eiserne Lady" im Rennen. Sie gewann für diesen Part bereits den Golden Globe.

5783 stimmberechtigte Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences haben nun vier Wochen Zeit, ihre Favoriten zu bestimmen. Die Oscars werden am 26. Februar verliehen. Moderiert wird die Verleihung zum neunten Mal von US-Komiker Billy Crystal.

Die weiteren Nominierungen in den wichtigsten Sparten:

Beste Regie: Woody Allen ("Midnight in Paris") - Martin Scorsese ("Hugo Cabret") - Michel Hazanavicius ("The Artist") - Alexander Payne ("The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten") - Terrence Malick ("Tree of Life")

Bester Hauptdarsteller: George Clooney ("The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten") - Jean Dujardin ("The Artist") - Brad Pitt ("Die Kunst zu gewinnen - Moneyball") - Gary Oldman ("Dame, König, As, Spion") - Demián Bichir ("A Better Life")

Beste Hauptdarstellerin: Viola Davis ("The Help") - Meryl Streep ("Die eiserne Lady") - Michelle Williams ("My Week With Marilyn") - Rooney Mara ("Verblendung - The Girl With The Dragon Tattoo") - Glenn Close ("Albert Nobbs")

Bester Nebendarsteller: Christopher Plummer ("Beginners") - Kenneth Branagh ("My Week with Marilyn") - Jonah Hill ("Die Kunst zu gewinnen - Moneyball") - Nick Nolte ("Warrior") - Max von Sydow ("Extremely Loud & Incredibly Close")

Beste Nebendarstellerin: Jessica Chastain ("The Help") - Bérénice Bejo ("The Artist") - Octavia Spencer ("The Help") - Janet McTeer ("Albert Nobbs") - Melissa McCarthy ("Bridesmaids")

Nicht englischsprachiger Film: "Nader und Simin - Eine Trennung" (Iran) - "In Darkness" (Polen) - "Footnote" (Israel) - "Bullhead" (Belgien) - "Monsieur Lazhar" (Kanada) Dokumentarfilm: - "Pina" - "Undefeated" - "Paradise Lost 3: Purgatory" - "Hell and Back Again" - "If a Tree Falls: A Story of the Earth Liberation Front"

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