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Museum der Moderne:Bundestag bewilligt Gelder

Allerdings muss Staatsministerin Grütters dem Parlament künftig über die Kostenentwicklung berichten.

Das umstrittene Museum der Moderne am Berliner Kulturforum wird gebaut. Der Haushaltsausschuss des Bundestags genehmigte am Donnerstag die im Haushaltsentwurf der Regierung dafür eingestellten 364 Millionen Euro. Nach Aussage eines Abgeordneten hat einzig die FDP dagegen gestimmt. Allerdings unterstützten die Abgeordneten von CDU/CSU und SPD einen Antrag der Grünen-Abgeordneten Anja Hajduk, nach dem Kulturstaatsministerin Monika Grütters verpflichtet wird, dem Parlament zweimal jährlich über die Kostenentwicklung zu berichten. So soll verhindert werden, dass die Kosten wie bei vielen öffentlichen Bauprojekten auch hier aus dem Ruder laufen.

Zuletzt war die Kritik an dem Bauprojekt immer lauter geworden. Selbst zwei der drei Sammler, für deren Schenkungen das Museum auch gebaut wird, hatten sich ablehnend geäußert. Anfangs ging es vor allem um die Kosten: Im September hatte Grütters erstmals öffentlich zugegeben, dass für das Museum, das einmal 130 Millionen Euro kosten sollte, mittlerweile Baukosten von 364 oder, rechnet man zu erwartende Aufschläge mit ein, sogar 450 Millionen erwartet würden. Mit den Fragen nach dem Grund für die Kostenexplosion, auf die Grütters bis zuletzt keine plausible Antwort geben konnte, wurden aber auch sonstige Mängel des Projekts ("Scheune") erneut diskutiert: Der für viele nicht überzeugende Entwurf der Architekten Herzog & de Meuron; die Tatsache, dass man nicht versuchte, mit dem Bau des Museums auch das Kulturforum neu zu ordnen; und die Frage, wie das Museum bespielt und unterhalten werden soll, da ja schon jetzt die Mittel für die bestehenden Berliner Museen fehlen.

Architektur Architekt mit Hang zur Liebe

Jacques Herzog

Architekt mit Hang zur Liebe

Der gebürtige Basler gestaltet mit seinem Partner de Meuron das Berliner Museum der Moderne, das sämtliche geplante Kosten sprengt. Das Duo ist schwierige Startbedingungen aber gewöhnt.   Von Gerhard Matzig