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Museen - Berlin:Berliner Museumsdirektoren wollen mehr Verantwortung

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Berlin (dpa) - Nach heftiger Kritik an Berlins Staatlichen Museen Berlin wollen die betroffenen Museumsdirektoren mehr Eigenverantwortung. "Die langwierigen und intransparenten Prozesse in einer tiefgestaffelten Hierarchie verhindern ein schnelles Eingehen auf aktuelle Fragestellungen und Wünsche des Publikums oder die Initialisierung neuer Forschungsvorhaben", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme der Direktoren. "Ein Weniger an Strukturen führt hier eindeutig zu einem Mehr an Handlungsfähigkeit. Das wäre dann auch mit einem Mehr an Verantwortlichkeit verbunden."

Die Staatlichen Museen Berlin umfassen 15 Sammlungen mit 4,7 Millionen Objekten an 19 Standorten. Der Wissenschaftsrat hatte nach zwei Jahren Analyse der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zu der die Museen gehören, konstatiert, die Dachkonstruktion schränke die Entwicklung der Einrichtungen ein. Grunde dafür seien "tief gestaffelte Hierarchien und unklare Entscheidungsprozesse". Mit den Sammlungen von Weltrang, die für internationales Publikum von höchstem Interesse seien, werde das Potenzial derzeit nicht hinreichend ausgeschöpft. Als Ursache sieht der Wissenschaftsrat strukturelle Rahmenbedingungen und nicht ausreichende finanzielle Ausstattung.

Die Museumsdirektoren wollen nun "stärker als Ermöglicher für die verschiedensten Wünsche unserer Besucherinnen und Besucher agieren". Dafür müssten die Leitungen der Museen und Institute die erforderlichen Planungs-, Handlungs- und Steuerungsspielräume haben. "Genau diese fehlen jetzt nahezu vollständig." Für die weitgehende inhaltliche Autonomie gebe es nicht die notwendigen frei verfügbaren Mittel und die damit verbundene Entscheidungskompetenz.

"Wir wollen engagiert und ohne Tabus an der Entwicklung einer neuen Organisationsform mitwirken", kündigen die Direktoren an. Dafür müssten sowohl die Dachstrukturen als auch die Zusammenarbeit der Museen untereinander "grundlegend neu gedacht".

Im Reformprozess wollen die Museumsdirektoren aktiv einbezogen werden. "Wir brauchen keine Gruppe, die ohne uns und über unsere Köpfe hinweg darüber berät, wie die Lage der Staatlichen Museen zu Berlin zu verbessern ist", heißt es in der Erklärung.

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