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"Mission: Impossible" im Kino:Im Agentenzirkus

Film Mission Impossible Rogue Nation Tom Cruise

Auch mit 53 jagt Tom Cruise noch elegant von Stunt zu Stunt in "Mission: Impossible - Rogue Nation".

(Foto: Paramount)

In "Mission: Impossible - Rogue Nation" spielt Tom Cruise wieder Geheimagent Ethan Hunt. Und das so überzeugend, dass er für einen sechsten Teil der "Impossible"-Reihe schon verpflichtet ist.

Die Nachricht, die sich traditionell zu Beginn der "Mission: Impossible"-Filme nach fünf Sekunden selbst zerstört, kommt diesmal nicht vom vertrauten Auftraggeber, sondern von einem feindlichen Syndikat abtrünniger Agenten. Und dann wird der Held Ethan Hunt auch noch in einer luftdichten Kabine außer Gefecht gesetzt, im ersten von vielen Beinahe-Toden dieses fünften Teils der Actionreihe.

Auch mit 53 überzeugt Tom Cruise noch als bester Mann für unmögliche Missionen. Diesmal in Weißrussland, Marokko, Wien und London. Er sprintet über die Tragflächen eines startenden Flugzeugs, jagt einen Killer durch den Bühnenapparat der Wiener Oper, taucht ohne Sauerstoffgerät in einen Unterwassertresor, absolviert Verfolgungsjagden im Auto und auf dem Motorrad - und sieht dabei wesentlich lässiger aus, als so manch anderer alternder Action-Kollege.

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Außerdem bleibt in diesem Hochleistungs-Stuntgeschäft sogar noch Raum für einen guten Schuss Selbstironie. Zum Beispiel, wenn Cruise nach dem nächsten Beinahe-Tod einfach weiterhetzt, aber dabei recht plump und angeschlagen gegen ein parkendes Auto stolpert, das er eigentlich elegant überspringen wollte.

Mit Christopher McQuarrie, der als Regisseur bisher nicht ganz so überzeugen konnte wie als Drehbuchautor von "Die üblichen Verdächtigen" oder "Edge of Tomorrow", hat Cruise die Gesetzesgrenzen schon als Ex-Militär-Rächer "Jack Reacher" gesprengt. Wie sein "Mission: Impossible"-Regie-Vorgänger Brad Bird balanciert auch McQuarrie die atemlose Action mit kleinen Ruhepausen aus, in denen er die Kumpel-Chemie in Cruise' "Impossible"-Team mit Jeremy Renner, Simon Pegg und Ving Rhames pflegt.

Rebecca Ferguson ist der große Coup

Der große Coup dieses Films aber ist die schwedische Schauspielerin Rebecca Ferguson, die als mysteriöses Mädchen mehr ist, als nur weibliche Verschleißware im Agentenzirkus der Männer. Im langen Abendkleid aus fließender gelber Seide, dessen schwindelerregend hohe Schlitze ihr in den Kampfszenen die nötige Beinfreiheit geben, oszilliert sie zwischen Action-Energie, Erotik und Intelligenz. In einem Film, der vom Verlust aller Sicherheit erzählt, kann man einer Frau natürlich nicht trauen, nur weil sie die Haut des Helden aus einer prekären Situation rettet.

Jedenfalls muss dieser Blockbuster das Agentengenre nicht neu erfinden, um Spaß zu machen. Und am Ende sieht auch der von Alec Baldwin gespielte CIA-Chef ein, dass es zu früh ist, um die Impossible-Force abzuwickeln. Cruise jedenfalls ist für die nächste, sechste Mission bereits verpflichtet.

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Mission: Impossible - Rogue Nation, USA 2015 - Regie, Buch: Christopher McQuarrie. Kamera: Robert Elswit. Mit: Tom Cruise, Rebecca Ferguson, Simon Pegg, Jeremy Renner, Alec Baldwin, Ving Rhames. Paramount, 131 Minuten.