Literatur - Berlin:Bonmot-Buch: Warum heißt Wellness nicht Spa-Maßnahme?

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Berlin (dpa) - Gendern, Rassismus, Rechtschreibung: Angesichts lauter politischer Kämpfe um die deutsche Sprache geht manchmal der Spaß an unserem Wortschatz flöten. Dabei sei Sprache doch eigentlich auch "Leichtigkeit, Geistesblitz, Witz", meint der kleine Verlag Frohmann und gibt ein Büchlein heraus, das vor Einfällen strotzt und der Frage nachgeht, ob alles nicht auch ganz anders genannt werden könnte. "Warum heißt es Traum und nicht Memoryschaum" lautet der Titel.

Der Autor Gabriel Yoran stellt darin Fragen wie "Warum heißt es panieren und nicht völlig versemmeln?", "Warum heißt es Eingang zum Besprechungsraum und nicht Konfitüre?", "Warum heißt es Sitzenbleiben und nicht Klassenerhalt?" oder "Warum heißt es Wellness und nicht Spamaßnahme?" (ja, Spa, wie der belgische Kurort und der davon abgeleitete englische Oberbegriff für Gesundheitseinrichtungen).

"Yoran rüttelt an Ausdrücken und Redewendungen, bis der Sinn herausfällt", beschreibt der Verlag das Buch mit Tuschezeichnungen von Christoph Rauscher. Yoran (43) ist Unternehmer (Steady, aka-aki), Journalist ("Krautreporter", "Zeit Online", "Übermedien", "taz") und Buch-Autor ("Aussprachehilfen", "Klassik verstehen").

In seinem ganz eigenen Stil versammelt der gebürtige Frankfurter, der in Berlin lebt, lauter Ideen zum Schmunzeln und natürlich auch Kalauer. "Warum heißt es Tablett und nicht gehobene Küche?", "Warum heißt es Portion Popcorn und nicht Knalltüte?", "Warum heißt es vorgewärmte Klobrille und nicht Lausitz?".

Frohmann hat das Buch in der Reihe "Kleine Formen" publiziert, die es seit fünf Jahren gibt und die "besonders schöne und eigensinnige Kürzesttexte aus dem digitalen Flow" herauslösen und als klassisches Buch zugänglich machen will. Denn: "Das Netz vergisst nichts, aber es verbirgt vieles, wenn man nicht weiß, dass man danach suchen muss."

© dpa-infocom, dpa:211108-99-908450/2

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