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Gerichtsurteil in Italien:Leonardo-Zeichnung darf in den Louvre

Leonardo da Vincis Zeichnung des "Vitruvianischen Menschen" (um 1490) - eine Studie zu den Proportionen des menschlichen Körpers.

(Foto: AFP)
  • Italien kann die Zeichnung "Der Vitruvianische Mensch" von Leonardo da Vinci doch an den Louvre ausleihen.
  • Ein Verwaltungsgericht wies die Klage des Kulturgutschutzvereins Italia Nostra ab.
  • Die Ausstellung in Paris soll am 24. Oktober eröffnet werden.

Italien kann die Zeichnung "Der Vitruvianische Mensch" von Leonardo da Vinci wie geplant für eine Ausstellung an den Louvre ausleihen. Das Verwaltungsgericht der Region Venezien wies die Klage des patriotischen Denkmalschutzvereins "Italia Nostra" als nicht ausreichend begründet zurück.

Der Verein hatte argumentiert, dass derart wichtige Kulturgüter auf Grundlage einer alten Verordnung nicht außer Landes gehen dürften und damit für neue Verstimmung zwischen den Ländern gesorgt. Mit dem Regierungswechsel in Italien hatte sich die Stimmung zwischen Rom und Paris um Leonardo da Vinci nämlich eigentlich aufgehellt. Beide Regierungen sind sich einig, Werke des Künstlers im Louvre zeigen zu wollen. Deshalb kommentierte das italienische Kulturministerium die Klage von "Italia Nostra" auch als "eine unverständliche Entscheidung". Die Ausstellung in Paris soll am 24. Oktober eröffnet werden.

"Der Vitruvianische Mensch" ist eines der berühmtesten Werke Leonardos, dessen Todestag sich 2019 zum 500. Mal jährte. Die Zeichnung zeigt einen Mann mit ausgestreckten Armen und Beinen in zwei überlagerten Positionen. Der Name leitet sich vom antiken Architekten Vitruv (1. Jh. v.Chr.) und seiner Proportionen-Lehre ab. Das Werk befindet sich in der Galleria dell'Accademia in Venedig, wird dort aber nur selten gezeigt.

Der italienische Kulturminister Dario Franceschini hatte im September in Paris mit seinem französischen Amtskollegen Franck Riester ein Memorandum unterzeichnet, nach dem diese Zeichnung und sechs andere Leonardo-Werke an den Louvre ausgeliehen werden. Zugleich wurde die Ausleihe von Werken des Renaissancemalers Raffael (1483-1520) für eine Ausstellung in Rom zu dessen 500. Todestag im nächsten Jahr vereinbart.

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