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Coronavirus und Veranstaltungen:Konzerte, Lesungen und Kunst von zu Hause erleben

'One Man, Two Guvnors' National Theatre Live - Online Stream

Auch das National Theatre in London setzt auf Streams, im Bild James Cordon während einer Inszenierung von "One Man, Two Guvnors". Theater in Deutschland werden ebenfalls kreativ.

(Foto: Getty Images)

Die Kammerspiele veranstalten ein Festival zur Einsamkeit, DJs aus Wien und Hamburg legen am Samstag schon nachmittags auf und "Die Pest" wird zum Radio-Hörspiel: der Überblick fürs Wochenende.

Wenn wegen der Corona-Gefahr Konzerte, Theateraufführungen und Lesungen abgesagt werden, muss man nicht komplett auf Live-Events verzichten. Eine kleine, laufend aktualisierte Auswahl:

Film:

"Die Känguru-Chroniken" laufen von Donnerstag an digital statt in den Kinos. Der Film ist auf Video-on-Demand-Plattformen wie iTunes und Amazon zu kaufen.

Das Studio Universal bietet als erster großer US-Verleih aktuelle Produktionen wie "Emma" und "Der Unsichtbare", die erst kürzlich in den Kinos gestartet sind, umgehend online an. Der Preis für die Ausleihe eines Films beträgt 17,99 Euro.

Der kleine Arthouse-Verleih Grandfilm aus Nürnberg bietet Corona-bedingt Filme für 9,99 Euro als Stream zum Ausleihen an - und will die Einnahmen solidarisch mit den Kinos teilen, in denen die Filme sonst laufen.

Pop-Kultur:

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Die Jazzmusikerin Marina Albero präsentiert in ihren "Quarantine Sessions" jeden Sonntagabend kleine Live-Konzerte von Künstlerinnen und Künstlern aus Washington. Spenden gehen an die Musikerinnen.

Die Musikplattform "Colors" überträgt jeden Tag um 19 Uhr CET eine neue Live-Show unter anderem auf Youtube.

Vom 25. März bis 7. April lädt der Violinist Daniel Hope Gäste täglich in sein Wohnzimmer ein - zu spontanen Konzerten und Gesprächen. Von Mittwoch an ist er täglich jeweils um 18 Uhr live auf Arte Concert sowie der Facebook-Seite und dem Youtube-Channel von Arte Concert für circa 30 Minuten zu sehen und zu hören. Als Gäste erwartet Hope unter anderen Max Raabe, Christoph Israel, Anna Thalbach, Sebastian Koch und Heike Makatsch.

Ebenfalls bei Arte Concert gibt es vom 1. bis zum 8. April tägliche Live-Streams aus dem Berliner Club SchwuZ zu sehen. Jeden Abend um 21 Uhr wird unter dem Titel "Berlin Artists@Berlin Live" eine andere Berliner Band ein halbstündiges Konzert spielen, mit dabei sind Kadaver, Say Yes Dog, Drangsal, Fatoni, Alice Phoebe Lou, ÄTNA, Odd Couple und Malakoff Kowalski. Zu sehen ist das Ganze hier, auf der Facebook-Seite von Arte Concert und auf dem Arte-YouTube-Kanal.

Auch für nostalgieaffine Musikfans hat Arte etwas im Angebot: Bis zum 20. April kann man in der Mediathek eines von Johnny Cashs berühmten Gefängniskonzerten aus dem Jahr 1976 nachgucken.

Vor vierzehn Tagen haben sich Berliner Clubs unter dem Motto "United We Stream" zusammengetan, seitdem übertragen sie jeden Abend von 19 Uhr an Live-Sets von verschiedenen DJs. Nun weitet sich das Projekt auf Clubs in ganz Europa aus. Unter anderem mit dabei sind das Shelter in Amsterdam, die Grelle Forelle in Wien, das Uebel & Gefährlich in Hamburg und das Münchner Harry Klein. Am Wochenende kann man auch schon tagsüber tanzen, für die Festival-Atmosphäre.

hier ausprobieren. Die Streams und Aufzeichnungen sind auch in der Arte-Mediathek zu sehen.

Das Magazin Rolling Stone veranstaltet auf seinem Instagram-Kanal Wohnzimmer-Konzerte. Unter dem Label "In my room" spielen große Stars jeden Montag, Mittwoch und Freitag um 20 Uhr ein kleines Konzert. Wer heute Abend auftritt, ist noch eine Überraschung. Bisher gab's unter anderem: John Fogarty, Angelique Kidjo,Willie Nelson, und Nicole Atkins.

Klassik:

Die Bayerische Staatsoper zeigt bis zum 11. April die Neuinszenierung von Richard Wagners letzter Oper "Parsifal" aus dem Juni 2018 als Video-on-Demand. Georg Baselitz besorgte das Bühnenbild, auf der Bühne drängten sich die Stars: Am Pult stand Kirill Petrenko, Jonas Kaufmann sang die Titelrolle, Christian Gerhaher den Amfortas, René Pape den Gurnemanz und Nina Stemme die Kundry.

Der Wiener Künstler André Heller gab erst vor Kurzem, im Februar 2020, sein Debüt als Opernregisseur: An der Berliner Staatsoper Unter den Linden inszenierte er den "Rosenkavalier" von Richard Strauss. Gefeiert wurde die Sängerriege, angeführt von Camilla Nylund als Feldmarschallin und Günther Groissböck als Baron Ochs. Am Pult stand der 83-jährige Zubin Mehta. Das Video ist in der ZDF-Mediathek verfügbar bis 29. Juni.

Die Metropolitan Opera in New York streamt ebenfalls jeden Abend eine andere Aufzeichnung von vergangenen Aufführungen. Anne Netrebko ist am 4. April als Lady Macbeth in Verdis "Macbeth" zu sehen. Außerdem im Programm: Bizets "Perlenfischer" (3. April, mit Diana Damrau) und Bellinis "Norma" (5. April).

Das Opernhaus Zürich präsentiert in der Karwoche, vom 5. bis 11. April, Verdis "Messa da Requiem" in einer Koproduktion von Oper und Ballett Zürich. Inszeniert hat 2016 der deutsche Choreograf und Regisseur Christian Spuck, ihn interessiert "der verwundbare und hilflose Mensch auf der Suche nach Trost" wie es in der Ankündigung heißt.

Tschaikowskis weltberühmtes Ballett "Schwanensee" zeigt die Opera national de Paris bis zum 5. April. Die Choreografie aus dem Jahr 1984 stammt von dem russischen Tänzer und Choreografen Rudolf Nurejew (1938-1993). Vom 27. April bis 3. Mai folgt "Carmen" von Georges Bizet in einer Inszenierung von Calixto Bieito. Täglich zu sehen und hören ist "Les Indes Galantes" von Jean-Philippe Rameau. Die barocke Ballettoper wurde von dem französischen Jungregisseur Clément Cogitore mit "Krump" aktualisiert, einem expressiven Freestyle-Tanz. Die Neuinszenierung feierte in Paris im Herbst 2019 Premiere.

Das Bolschoi Theater in Moskau taucht wegen der Corona-Pandemie erstmals in die virtuelle Welt ab und zeigt gleich mehrere seiner stets ausverkaufen Ballett- und Opernaufführungen. Bis zum 10. April sind noch der "Nussknacker" in einer historischen Aufführung sowie die Nationaloper "Boris Godunow" zu sehen.

Die Silhouette des Sydney Opera House ist weltberühmt. Seit 17. März ist das Haus geschlossen und geht nun ebenfalls digital. Am 3. April ist Australiens jährlicher Tanzwettbewerb der Aborigines mit mehr als 350 Künstlern zu sehen. Am 4. April erklingt Beethovens "Neunte Sinfonie".

Opernstars früherer Zeiten wie Dietrich Fischer-Dieskau, Josef Greindl, James King, Christa Ludwig oder Martha Mödl sind in Aufführungen zu sehen, die die Deutsche Oper Berlin zeigt. Im Online-Programm sind unter anderem "Otello" und "Don Carlos" von Giuseppe Verdi, "Fidelio" von Ludwig van Beethoven und "Don Giovanni" von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Aufzeichnungen sind jeweils für 48 Stunden abrufbar.

Die Hamburger Elbphilharmonie hat nun ebenfalls viele ihrer Angebote ins Internet verlagert. Unter dem Titel #ElphiAtHome werden virtuelle Hausführungen ("ZuHausführungen") genauso ausgespielt wie halbstündige Konzerte in kleinen Besetzungen, die aktuell im leeren Großen Saal der Elbphilharmonie von ferngesteuerten Kameras aufgenommen werden. Zudem sollen Clips von ausgewählten Musikern, die kürzlich in Hamburg zu Gast waren, über die "Elphilharmonie Sessions" zu sehen sein. Des Weiteren ist ein regelmäßiges Kinderprogramm geplant.

Das Wiener Konzerthaus bietet derzeit unter anderem einen Mitschnitt von Tschaikowskys fünfter Symphonie an, gespielt vom Tonhalle-Orchester Zürich und dirigiert von Paavo Järvi. Als Teil der "European Concert Hall Organisation" (ECHO), einer Initiative europäischer Konzerthäuse, werden jeden Abend um 20:00 Uhr auf allen Facebook-Seiten der teilnehmenden Häuser Konzertaufzeichnungen gezeigt.

Der Klavier Salon München überträgt seit Mittwoch, 25. März, täglich um 18.30 Uhr unter dem Titel "The Piano Hour" eine Reihe von Live-Konzerten auf Youtube. Es spielen u.a. am Donnerstag Jan Eschke (Jazz), am Freitag Henry Bonamy und am Samstagabend Varvara Manukyan.

Die Berliner Philharmoniker haben einen digitalen Konzertsaal eröffnet und bieten teils Aufzeichnungen, teils anstehende Aufführungen im Livestream an. An der Wiener Staatsoper ist das virtuelle Programm schon Routine. Jeden Abend um 17 beziehungsweise 19 Uhr zeigt das Haus Aufzeichnungen früherer Opern- und Ballettvorstellungen. Auch hier sind die Streams 24 Stunden verfügbar.

Die Symphoniker Hamburg bespielen ihren Livestream unter dem Namen "Laeiszhalle Live". Wer sich also mitten am Nachmittag ein bisschen Klassik gönnen will: geplant sind die Aufführungen immer von 16.15 bis 17 Uhr.

Literatur:

Besonderes Karfreitagsprogramm: Am 10.04. ab 15:00 Uhr werden 120 Österreicherinnen und Österreicher, darunter die Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, "Tatort"-Darstellerin Adele Neuhauser und Schauspieler Klaus Maria Brandauer im Radio vorlesen. Sie lesen "Die Pest" von Albert Camus. Gesendet wird der 10-Stunden-Lesemarathon auf dem österreichischen Radiosender FM4, den Livestream kann man über die Homepage auch in Deutschland empfangen. Wer am Karfreitag keine Zeit hat: Die Lesung bleibt einen Monat Online.

Der Hanser Verlag schlägt vor, einen virtuellen Lesekreis zu gründen und stellt auf seiner Website Materialien zu verschiedenen Büchern zur Verfügung. Darunter befinden sich zum Beispiel Interviews mit den Autorinnen und Autoren.

Die Écriture Automatique war einst ein gern genutztes Instrument der Surrealisten: schreiben, ohne drüber nachzudenken. Die Autorin Doris Dörrie und der Diogenes Verlag laden jeden Morgen zum Schreiben ein: bei den "Morning Pages" gibt es jeden Tag ein grobes Thema, ansonsten gilt: zehn Minuten durchschreiben, ohne abzusetzen.

Der britische Schauspieler Patrick Stewart ("Star Trek: Picard") trägt täglich ein Sonett von William Shakespeare vor. Mit dem Werk kennt sich Stewart gut aus, schließlich hat er bei der Royal Shakespeare Company gelernt. Nach dem Motto: "A sonnet a day keeps the doctor away" rezitiert Captain - pardon, Admiral Picard - nun jeden Abend Lyrik auf Instagram.

Kunst:

In Zeiten, in denen Kunstbetrachtungen in der analogen Welt schwer möglich sind, ruft das kalifornische J. Paul Getty Museum Menschen auf, selbst Kunst zu erschaffen. Als Inspiration macht das Museum folgenden Vorschlag: Man nehme sein liebstes Kunstwerk, suche sich drei Dinge, die in der eigenen Wohnung herumliegen und rekonstruiere damit das Werk. Der Aufforderung sind mittlerweile schon zahlreiche Menschen gefolgt, die Ergebnisse lassen sich unter anderem hier anschauen.

Zum 500. Todestag des italienischen Renaissance-Malers Raffael am 6. April verschenken die Staatlichen Museen zu Berlin den Katalog zur aktuell geschlossenen Sonderausstellung "Raffael in Berlin. Die Madonnen der Gemäldegalerie". Ab diesem Datum wird der Katalog auf der Website zum kostenlosen Download bereit stehen. Dort lässt sich auch die Berliner Museumsinsel online erkunden. Das Pergamonmuseum etwa erlaubt einen 3-D-Blick auf den berühmten Pergamonaltar.

Das Projekt "Art Will Save Us" präsentiert Live-Performances internationaler Künstlerinnen und Künstler und sammelt dabei Spenden für die freie Kunstszene. Den Stundenplan gibt's hier. Am Donnerstag, den 02.04. um 20:00 Uhr geht es weiter mit einer Sitzung des Künstlers Dani Ploeger, der Interessierten virtuelle Besuche abstatten will.

Einblicke in seine Bestände und Ausstellungen ermöglicht unter #staydelathome das Frankfurter Städel-Museum, das unter Experten als Vorreiter bei der Digitalisierung gilt. Der Schauspieler Sebastian Blomberg führt durch einen Online-Kurs zur Kunst von 1750 bis heute, die digitale Sammlung beinhaltet Werke aus 700 Jahren Kunstgeschichte. Den Audio Guide zur viel gerühmten Ausstellung "Making van Gogh" kann man kostenlos herunterladen. Auch eine spannende Podcast-Serie über ein verschwundenes Bild im Stil einer Krimiserie ist zu hören.

Auf allen Social-Media-Kanälen ist das Museum Ludwig in Köln aktiv: Einzelne Kunstwerke werden in den bestehenden Serien #MondaysatLudwig oder #newatludwig vorgestellt. Unter den Highlights bei Instagram finden sich als digitale Rundgänge die aktuellen Ausstellungen "Blinky Palermo. Die gesamten Editionen. Die Schenkung Ulrich Reininghaus" ebenso wie die Präsentation im Fotoraum "Stille Ruinen. F. A. Oppenheim fotografiert die Antike". Der Instagram-Kanal "WDR3imMuseum" hat zudem seine neue Video-Reihe #alleinimmuseum mit Yilmaz Diewior gestartet. Darin führt der Direktor seine Lieblingsarbeit und weitere Highlights aus der Sammlung des Museum Ludwig vor.

Kunst auf Instagram: Der Account "thisaintartschool" teilt Fotografien von weniger bekannten Fotografinnen und Fotografen.

Die Leiterin des Bucerius Kunstforums, Kathrin Baumstark, stellt alle paar Tage auf Facebook ein anderes Gemälde der aktuellen Ausstellung über den britischen Maler, Zeichner und Grafiker David Hockney vor. Die retrospektiv angelegte Schau entstand in Kooperation mit der Tate und versammelt rund 100 Werke, die größtenteils aus der Sammlung des britischen Museums stammen - von den frühen Arbeiten als Kunststudent bis hin zum großformatigen Panorama "In The Studio" von 2017.

Mehrere große Museen bieten virtuelle Touren an, etwa der Louvre in Paris, das Rijksmuseum in Amsterdam oder das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid. Genauso das Metropolitan Museum of Art in New York. Die Vatikanischen Museen bieten sieben virtuelle Rundgänge an, unter anderem durch die Sixtinische Kapelle.

Theater:

Die Münchner Kammerspiele veranstalten am Samstag, den 04. April, ein queeres Online-Festival, dass sich dem Shutdown des öffentlichen Lebens widmet: Künstlerinnen und Künstler, die sich beispielsweise als Trans oder Queer identifizieren, sprechen in verschiedenen Panels und Diskussionen über Gefühle von Einsamkeit. Ab vier Uhr nachmittags werden Workshops angeboten, für die man sich vorab registrieren muss, um sechs Uhr abends startet dann der "Within The Lonely Hours"-Livestream. Am Schluss gibts ein DJ-Set.

Das Berliner Gorki Theater streamt immer mittwochs wechselnde Aufzeichnungen seiner Stücke. Am 1. April um 18 Uhr geht "Small Town Boy" von Falk Richter online, dazu gibt es von 20 Uhr an ein Community-Viewing mit Live-Chat mit dem Regisseur.

Das Berliner Theater HAU Hebbel am Ufer überträgt ausgewählte Veranstaltungen im Live-Stream auf ihrem Youtube-Kanal. Am 1. April gibt es etwa "Room Service (Help Me Make It Through The Night)" vom Theater-Kollektiv Gob Squad zu sehen.

Das Deutsche Theater Berlin veröffentlicht täglich um 18 Uhr auf seiner Homepage eine Geschichte aus Giovanni Boccaccios "Decamerone", gelesen von einem Ensemble-Mitglied. Auch der Jugendclub "Junges DT" bietet eine Reihe von Videos und Live-Streams an, etwa die tägliche Webserie "Zoom in: Romeo+Julia", in der sich Shakespeares Liebespaar in einem Videochat kennenlernt.

Unter dem Titel "Zwangsvorstellungen" veröffentlicht die Berliner Schaubühne Theateraufzeichnungen aus allen Jahrzehnten seit der Gründung. Die Mitschnitte sind täglich von 18:30 bis 24 Uhr abrufbar, jeden Tag um 18 gibt es kleine Grußbotschaften des Ensembles.

Das Berliner Ensemble zeigt immer von Freitag an eine neue Aufzeichnung aus dem Repertoire. Diese Woche ist "Der kaukasische Kreidekreis" von Bertolt Brecht in der Inszenierung von Michael Thalheimer zu sehen.

Die renommierte österreichische Theatergruppe Aktionstheater Ensemble zeigt Mitschnitte von Inszenierungen im Theaterstream "Gegen die Einsamkeit". Die Streams sind jeweils von 10 Uhr bis 24 Uhr verfügbar.

Die Münchner Kammerspiele veröffentlichen jeden Tag den internen Mitschnitt einer Inszenierung aus dem Spielplan.

Für Kinder:

Die Harry-Potter-Erfinderin J.K. Rowling hat sich einen neuen, digitalen Zugang in das Hogwarts-Zauberuniversum ausgedacht: Mit der Plattform "Harry Potter at Home" will sie Kindern die Langeweile vertreiben, die wegen der Coronavirus-Pandemie nicht zur Schule gehen können. Zu finden sind beispielsweise Links zu kostenlosen Versionen des ersten Buchs aus der Potter-Reihe, "Harry Potter und der Stein der Weisen" - als E-Book oder als Hörbuch in verschiedenen Sprachen, darunter auch Deutsch. Auch Puzzles, Ratespiele und Videos mit Anleitungen zum Malen soll es geben. "Eltern, Lehrer und Betreuer, die daran arbeiten, Kinder bei Laune zu halten und ihr Interesse zu wecken, während wir im Lockdown sind, könnten möglicherweise ein bisschen Magie gebrauchen", schrieb Rowling auf Twitter.

Das Netzwerk Berlin Mondiale bringt Künstler, Migranten und Berliner Institutionen zusammen. Das Digitalprojekt "Mondiale live" ist ein digitaler Begegnungsort für Kinder und Jugendliche, aufrufbar über das Handy. Die Sendezeit des youtube-Kanals wird von verschiedenen Künstlern mit interaktiven Angeboten gefüllt. Immer nachmittags gibt es von 16 bis 19 Uhr ein Live-Programm in verschiedenen Sprachen, die Angebote können live kommentiert werden. Es wird gesungen, getanzt und erzählt. Das Programm wird jeden Tag auf der Facebook-Seite und auf berlinalive veröffentlicht. Die Live-Streams sind auf dem Youtube-Kanal von "Mondiale live" zu sehen.

Für Kinder, die wegen der Coronakrise zu Hause sind, bieten NDR und SWR eine Vorlesestunde per Livestream mit berühmten Kinderbuchautorinnen an. Unter anderem Cornelia Funke, Kirsten Boie, Isabel Abedi und Andreas Steinhöfel werden in ihren privaten Wohnzimmern aus ihren Büchern vorlesen. Seit Montag, 23. März, können wochentags immer um 16 Uhr die Vorlesestunden für Kinder ab dem Alter von fünf Jahren live gestreamt werden. Die Lesungen sind als Mitschnitte auch später anzusehen.

75 Jahre nach dem Tod Anne Franks zeigt die Amsterdamer Anne-Frank-Stiftung dessen weltberühmtes Tagebuch aus dem Zweiten Weltkrieg als Video-Tagebuch auf einem Youtube-Kanal. In kurzen Videos erzählt die 13-jährige Schauspielerin Luna Cruz Perez aus der Ich-Perspektive das Leben von Anne im Hinterhaus in Amsterdam.

Das Münchner Jugendtheater Schauburg zeigt noch bis einschließlich heute, 1. April, einen Mitschnitt des Stücks "Das hässliche Entlein". Von Donnerstag, 2. April, an kann man "Himmel und Hände" sehen.

Das Münchner Marionettentheater hat einen Mitschnitt von "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart nach einer Inszenierung von Siegfried Böhmke online gestellt.

Das Ensemble des Theaters Oberhausen liest täglich ein Kapitel aus "Peter Pan".

Vom Jungen Ensemble Stuttgart gibt es unter dem Titel "Theater auf dem Sofa" eine Videoaufzeichnung von "Die beste Geschichte - EN IYI HIKÂYE" zu sehen.

Kabarett:

Sogar Josef Hader ist ein bisserl fad, das erklärt er zumindest auf Facebook. Der Kabarettist weiß allerdings ein Mittel gegen die Langeweile: Er rät zum Comedy-Stream. Bevor man sich die alten Kabarettprogramme auf player.hader.at im kostenlosen Stream anschaut, ist allerdings ein guter Rat: unbedingt das Facebook-Erklärvideo inklusive "homestory" ansehen.

© SZ.de/cag/beg/khil/tmh/luch/biaz
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