Komiker Fips Asmussen Ein Ringbuch voller Witze

Sie schlafen nur noch selten im Hotel. Fips Asmussen reibt sich den Kugelbauch. In seinem Mundwinkel klemmt eine Zigarre, die gerade schon wieder ausgegangen ist, was er schon wieder nicht gemerkt hat. Die weißen Kräusel auf seinem Kopf sehen aus wie Zuckerwatte, ganz anders als der flaumige Haarhelm, den er bei seinen Auftritten trägt. Das Kettchen an seinem Handgelenk glänzt golden, das Amulett um seinen Hals auch. Die Gravur zeigt eine Karikatur von Fips Asmussen. Er will jetzt seine Sicht der Dinge darlegen.

Sind wir nicht alle ein bisschen gelb?

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Angefangen hat er in Hamburg, in der "Violetten Zwiebel", einer Bar. "Vier Jahre lang habe ich jede Nacht bis früh um fünf den Alleinunterhalter gespielt. Das gibt man irgendwann auf, da kommt die Sauferei dazu, ist ja logisch. Als ich angefangen habe, hatte ich ja keinen Namen. Da hat man's schwer. Betriebsfeiern und so. Ich hab' ja alles durch."

Barth, Kalkofe, Cindy aus Marzahn - Katastrophe!

Heute habe er einen Namen und einen eigenen Stil, er sei anders als alle anderen. "Das ist mein Prinzip. Den Namen Fips Asmussen gibt es nur einmal in Deutschland, ich habe das mal nachgeschaut, im Telefonbuch. Die Schiebermütze trage ich nicht mehr, das machen zu viele andere jetzt auch. Aber die Weste, die ist wichtig. Viele sagen ja: Den erkennt man an der Weste."

Er selbst lacht über Leute, die komisch aussehen oder sich komisch geben. Harald Schmidt und Georg Schramm findet er gut, Mario Barth, Maddin Schneider und Cindy aus Marzahn nicht. Barth: "Das ist für mich kein Humor." Schneider: "Der hat kein Repertoire." Marzahn: "Wenn die die Bude voll bekommt, dann ist das für mich 'ne Katastrophe." Kalkofe? Auch Katastrophe.

Er sei kein Witzeerzähler, er erzähle Geschichten, auch politische und so. "Es muss auf der Bühne so klingen, als ob es einem gerade einfällt. Man muss ja auch auf das Publikum eingehen und herausfinden, was die mögen. Wer sagt, dass bei mir jede Show gleich ist, der war erst ein Mal da."

Die Geschichten von Fips Asmussen stehen in einem schwarzen Ringbuch: 60 DIN-A4-Seiten voller Witze. Das, was ihm auf der Bühne gerade so einfällt, muss er inzwischen streckenweise vorlesen. In dem Buch steht der Dreizeiler mit Powereit, auch der mit dem Stau und der mit der Merkel. Er erzählt die Witze in Leipzig, und ein paar Wochen später erzählt er sie in Weißenfels noch einmal. Den mit dem Stau erzählt er sogar dreimal. Einmal in Leipzig, zweimal in Weißenfels. Fips Asmussen erzählt, was er glaubt, und sein Glaube ist mächtig, weil Asmussen sich dem Abgleich mit der Wirklichkeit verweigert.

In der Daheimstraße in Querfurt kann das ganz gut gelingen. Seine Frau sagt nichts, ohne es vorher "mit dem Fips" besprochen zu haben. Sein Sohn, der hauptberuflich im Büro Fips Asmussen tätig sei, ist nicht zu hören, nicht zu sehen - und natürlich nicht zu sprechen. Fips Asmussen hat einmal gesagt: "Nicht alles, was ein Loch hat, ist kaputt." Allerdings bezog sich das nicht auf sein Selbstbild, es bezog sich auf: Frauen.

Schlaflos in Nußloch

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