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Kino-Nachrichten:Mads Mikkelsen ersetzt Johnny Depp als Bösewicht

Coronavirus - Kino

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(Foto: Fabian Sommer/dpa)

Der Däne spielt den Zauberer Gellert Grindelwald in der Fortsetzung der Filmreihe "Phantastische Tierwesen". Johnny Depp hatte auf Bitten des Studios die Rolle abgegeben.

26. November 2020

Mads Mikkelsen

Mads Mikkelsen übernimmt die Rolle des Zauberers Grindelwald und spielt damit - mal wieder - nicht die Rolle des Guten.

(Foto: dpa)

Der dänische Schauspieler Mads Mikkelsen ersetzt Johnny Depp als Bösewicht Gellert Grindelwald in der Fortsetzung der Filmreihe "Phantastische Tierwesen". Das teilte das Filmstudio Warner Bros. am Mittwoch mit. Johnny Depp hatte Anfang November seinen Rückzug aus der Filmreihe mitgeteilt, das Studio habe ihn zuvor darum gebeten. Dem Rückzug aus den "Tierwesen" ging Depps Streit mit der Boulevardzeitung Sun voraus.

Ein Londoner Gericht hatte den Einspruch des Hollywood-Stars Johnny Depp, 57, gegen seine Niederlage im Streit mit der Sun abgelehnt. Depp hatte gegen den Verlag wegen eines Artikels geklagt, in dem behauptet wurde, er habe seine Ex-Frau Amber Heard (34) körperlich misshandelt. "Ich sehe in der Begründung des Einspruchs keine ernsthaften Aussichten auf Erfolg", sagte der zuständige Richter am High Court britischen Medienberichten zufolge. Der Schauspieler solle außerdem bereits eine erste Summe von 628 000 Pfund an Rechtskosten an die "Sun" zahlen, hieß es vom Gericht.

Der dritte Teil der Serie "Phantastische Tierwesen" unter der Regie von David Yates soll im Juli 2022 in die Kinos kommen. In weiteren Rollen sind Eddie Redmayne, Katherine Waterston, Ezra Miller und Jude Law zu sehen. Depp hatte in den ersten beiden Filmen der fünfteiligen Reihe - "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" (2016) und "Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen" (2018) - den Bösewicht gespielt.

19. November 2020

´Wonder Woman 1984" kommt zu Weihnachten

Für sie wird das Exklusiv-Zeitfenster für die Kinos auf null reduziert: Gal Gadot in einer Szene aus "Wonder Woman 1984".

(Foto: Clay Enos/dpa)

Nicht nur der Start des neuen Bond-Films, auch "Wonder Woman 1984" war wegen der Coronavirus-Pandemie mehrmals verschoben worden. Nun soll der Film in den USA wie geplant am 25. Dezember in den Kinos und gleichzeitig beim Streamingdienst HBO Max erscheinen. Normalerweise liegen zwischen dem Kinostart der Filme und der Veröffentlichung auf Streamingdiensten einige Wochen. Außerhalb der USA gibt es die Superheldinnengeschichte schon etwas früher - der internationale Kinostart soll am 16. Dezember sein.

"Es ist Zeit", schrieb Hauptdarstellerin Gal Gadot auf Twitter. "Wir haben alle lange Zeit darauf gewartet." Dies sei keine einfache Entscheidung gewesen, aber Covid habe die ganze Welt durcheinander gebracht. Regisseurin Patty Jenkins sagte in einer Mitteilung, sie hoffe, dass der Film zur Weihnachtszeit "ein bisschen Freude und eine Atempause" bringen könne. "Wonder Woman 1984" ist das Sequel des sehr erfolgreichen Films "Wonder Woman" mit Gadot, Chris Pine und Robin Wright aus dem Jahr 2017.

17. November 2020

Helena Zengel

Helena Zengel ARCHIV - 16.02.2019, Berlin: 69. Berlinale: Abschluss und Verleihung der Bären im Berlinale Palast: Helena Zengel, Jungschauspielerin aus Deutschland. (zu dpa: ´Helena Zengel auf ´Variety"-Liste vielversprechender Schauspieler") Foto: Gregor Fischer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

(Foto: dpa)

Die zwölf Jahre alte deutsche Schauspielerin Helena Zengel ("Systemsprenger") hat es auf die jährliche "Actors to Watch"-Liste des US-Fachblatts Variety geschafft. Die Filmzeitschrift gab ihre Auswahl von zehn Schauspielern und Schauspielerinnen, deren Karriere man besonders aufmerksam verfolgen sollte, am Montag bekannt. Variety verweist auf Zengels Auftritt in "Systemsprenger" und auf ihr bevorstehendes US-Filmdebüt an der Seite von Tom Hanks in dem Western "Neues aus der Welt".

Hanks spielt darin einen Nachrichtenboten im Jahr 1870, der auf die zehnjährige Johanna (Zengel) trifft, die von einem indigenen Volk großgezogen wurde. Unter den zehn Auserwählten findet sich auch die bulgarische Schauspielerin Maria Bakalova (24), die in der "Borat"-Fortsetzung die Film-Tochter von Sacha Baron Cohen spielt, der Ire Paul Mescal (24, "Normal People") und die US-Darsteller Tiffany Boone (33, "Hunters"), Jayme Lawson (19, "Farewell Amor") und Tom Pelphrey (38, "Ozark"). Die Gruppe wird Mitte Dezember in einer Variety-Ausgabe vorgestellt. Das Branchenblatt lenkt seit 1998 den Blick auf vielversprechende Schauspieler, die später dann häufig bekannt wurden. Dazu zählen Brie Larson, Lupita Nyong'o, Octavia Spencer, Mahershala Ali und Timothée Chalamet.

13. November 2020

Ein Bündnis der deutschen Kinowirtschaft hat am Freitag einen dringlichen Appell an die Bundesregierung gerichtet, die Branche mit einem "Rettungsschirm Kino" langfristig gegen die Folgen der Corona-Pandemie abzusichern. Die Forderung stammt vom Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF Kino), von den Unternehmen Cinedom, Cinemaxx, Cinestar, Kinopolis, UCI und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).

Es gelte sicherzustellen, heißt es in dem Appell, dass die zugesagten Mittel der außerordentlichen Wirtschaftshilfe ausnahmslos alle Kinos erreichen - unabhängig von ihrer Größe und Mitarbeiterzahl. Durch die erneuten Schließungen aller Kinos in Deutschland drohe anderenfalls eine schwerwiegende Krise der gesamten Branche.

Die während der Schließung der Filmtheater entstandenen Verdienstausfälle aller Beschäftigten seien von den Kinounternehmen durch Aufstockung des Kurzarbeitergeldes oder einer entsprechenden Lohnfortzahlung weitestgehend ausgeglichen worden. Darüber hinaus hätten die Kinos in den vergangenen Monaten erhebliche Investitionen in Hygiene-Konzepte getätigt, um den Spielbetrieb wieder aufnehmen zu können. Die erneute Schließung der Kinobetriebe stelle die Unternehmen nun vor immense Herausforderungen, mit nicht absehbaren Folgen auch für die Beschäftigten.

4. November 2020

Das Münchner Abkommen von 1938 gilt in den Geschichtsbüchern als Inbegriff feiger Nachgiebigkeit gegenüber Hitlers Kriegspolitik. Sein Hauptarchitekt, der britische Premier Arthur Neville Chamberlain, wurde zur Symbolfigur eines fehlgeleiteten "Appeasement". In seinem halb-fiktionalen Bestseller "Munich" von 2017 hat der britischer Autor Robert Harris versucht, diesem Bild eine freundlichere Deutung Chamberlains entgegenzustellen. Daraus soll nun, mit starker deutscher Beteiligung, ein Netflix-Film werden.

Der britischen Oscar-Preisträger Jeremey Irons (72, "Die Affäre der Sunny von B.") wird Chamberlain spielen, Regie führt der deutsche Filmemacher Christian Schwochow (42, "Paula", "Deutschstunde"). Zum deutsch-britischen Cast gehören unter anderem auch Sandra Hüller, Liv Lisa Fries aus "Babylon Berlin", Jannis Niewöhner, August Diehl, Martin Wuttke, George MacKay und Erin Doherty.

"Munich" führt fiktive Figuren aus England und Deutschland ein, die als Diplomaten an den Verhandlungen zwischen Hitler, Chamberlain, Benito Mussolini aus Italien und Édouard Daladier aus Frankreich teilnehmen. Sie erleben, wie über das Schicksal der Tschechoslowakei verhandelt wird, die gar nicht mit am Tisch sitzt, und die sofortige Abtretung des Sudetenlands an Deutschland hinnehmen muss. Alles, um einen Einmarsch Hitlers zu verhindern, den dieser nur sechs Monate später dann doch befiehlt. Die fiktiven Diplomaten wissen dabei aber schon mehr, als später in den Geschichtsbüchern stehen wird...

Der Film soll in Deutschland und England gedreht werden und 2021 auf Netflix erscheinen.

4. November 2020: Der Deutsche Filmpreis wird auf Herbst 2021 verschoben

Der Deutsche Filmpreis soll im nächsten Jahr nicht wie gewohnt im Frühjahr, sondern erst am 1. Oktober verliehen werden. Die Deutsche Filmakademie begründet die Verschiebung mit den Auswirkungen der Pandemie. "Die Kinos mussten erneut schließen, Filmstarts verschoben und Produktionen unterbrochen werden", teilte Akademiepräsident Ulrich Matthes mit. Die Verlegung solle mehr Flexibilität für Verleiher und Produzenten schaffen "und natürlich hoffen wir auf Fortschritte in der Wissenschaft", sagte Matthes.

Der Deutsche Filmpreis gilt als wichtigste nationale Auszeichnung in der Branche. Die rund 2000 Mitglieder der Deutschen Filmakademie stimmen über viele Gewinner ab. Die Preise sind mit insgesamt rund drei Millionen Euro dotiert, das Geld kommt aus dem Haus von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Filmproduzent Nico Hofmann soll die künstlerische Gestaltung der nächsten Verleihung übernehmen. In diesem Jahr waren die Lolas in einer TV-Sendung verliehen worden - die eigentlich in Berlin geplante Gala fiel wegen des Coronavirus aus. Das Drama "Systemsprenger" gewann gleich acht Auszeichnungen, darunter die Goldene Lola für den besten Spielfilm.

© SZ
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