Katholischer Kinderbuchpreis:Jury wird unabhängig

preis katholisch Papierklavier

Das Jugendbuch "Papierklavier" von Elisabeth Steinkellner und Anna Gusella lehnte die Bischofskonferenz als Preisträger ab.

(Foto: Anna Gusella/Beltz und Gelberg)

Nach der abgesagten Preisvergabe an "Papierklavier" sind die Statuten für den Preis geändert. Die Bischöfe haben jetzt nichts mehr zu sagen.

Von Roswitha Budeus-Budde

Es bleibt dabei, dass es in diesem Jahr keinen Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis geben wird. Der ständige Rat der katholischen Bischofskonferenz lehnt es weiterhin ab, den Titel "Papierklavier" von Elisabeth Steinkellner mit den Illustrationen von Anna Gusella (Beltz & Gelberg) auszuzeichnen. Dennoch führt der Streit um das Buch zu grundlegenden Neuerungen.

In der Geschichte über eine Jugendliche aus prekären Verhältnissen werden Transsexualität und nicht-traditionelle Familienkonstellationen thematisiert. Die Jury wollte die Geschichte auszeichnen, die Bischöfe sagten die Preisverleihung ab, Jurymitglieder protestierten. Die Bischofskonferenz hat sich bis heute auch auf Anfragen der SZ nicht zu den Gründen für seine Ablehnung geäußert, es hieß lediglich recht allgemein, dass das Buch nicht mit den Statuten des Preises vereinbar sei.

Nach lautstarkem Protest - kritischen Medienberichten, einer Unterschriftenaktion vieler bekannter Jugendbuchautoren und der Ankündigung, dass kirchennahe Kreise einen eigenen Preis planen, der an "Papierklavier" gehen soll - wurden nun auf der letzten Konferenz der Bischöfe die Statuten für den Preis geändert. Die Jury aus Literaturwissenschaftlern, Religionspädagogen und Buchhändlern wird zukünftig unabhängig entscheiden können und braucht nicht mehr die Zustimmung der Bischöfe.

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