Will man das Fazit zum neuen Album von Joy Denalane auf der rein emotionalen Ebene vorwegnehmen, dann ist "Willpower" (Sony) erst mal die letzte Chance, das doppelbödige Hochgefühl eines viel zu langen Sommers in einen wohl finsteren Herbst mitzunehmen. Was die Berliner Sängerin da an Zuversicht und Glück über eine Strecke von elf Stücken aufbringt, ist so unmittelbar wie ansteckend. Die Älteren wird das an Oleta Adams und Randy Crawford erinnern, die Jüngeren an Lizzo und Taylor Swift. Das kann man nicht lernen und schon gar nicht produzieren. Dazu gehört dieser Glücksdrall im Kehlkopf, der auf die Zuhörenden überspringt, weil wir nun mal Herdentiere sind, die immer noch auf solche Schlüsselreize reagieren. Kann nicht jeder. Dass da immer auch ein wenig Melancholie mit drinsteckt, weil die Welt nun mal nicht so tralala ist und derzeit schon gar nicht, gibt solcher Musik ihre Tiefe.
Neues Album von Joy DenalaneLetzte Strahlen vor dem Herbst
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Glücksdrall im Kehlkopf: Joy Denalane auf dem Cover ihres neues Albums "Willpower".
dpaEpochen, Genres, Orte? Alles egal. Auf ihrem neuen Album "Willpower" lässt Sängerin Joy Denalane die Raumzeit des Pop kollabieren. Wunderbar.
Von Andrian Kreye
