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John Coltrane:Im Namen des Vaters

John Coltrane

John Coltrane auf einem undatierten Foto.

(Foto: Chuck Stewart Photography)

Vor Kurzem ist ein lange verschollenes Album des genialen Saxofonisten John Coltrane wieder aufgetaucht. Sein Sohn hat es jetzt im legendären Van Gelder Studio in New Jersey vorgestellt. Eine Pilgerfahrt.

Von Andrian Kreye und Christian Zaschke

Cormac Larkin, nach eigener Einschätzung Irlands einziger hauptberuflicher Jazzschreiber, hat seine Pilgerfahrt zur Präsentation einer Reliquie des Heiligen John Coltrane in Belfast begonnen. Das Wort "heilig" ist in diesem Zusammenhang vollkommen angemessen, schließlich gibt es sogar eine Kirche, die "Saint John Coltrane Church", die in der Musik Coltranes das Göttliche sucht und findet. Larkin also bestieg in Belfast ein Flugzeug und harrte sieben Stunden auf einem Mittelplatz direkt bei den Klos aus, was, wie er sagte, nicht optimal war, aber er wäre auch im Stehen oder im Gepäckraum mitgeflogen, denn mit dieser Reise erfüllte sich ein Lebenstraum. Das Flugzeug trug ihn über den Atlantik, nach New York, wo er nach einer unruhigen Nacht im Hotel am nächsten Mittag einen Bus bestieg, der auf dem Broadway wartete und dessen Inneres sich in der Sonne auf Brotbacktemperatur erhitzte. Larkin ertrug das ohne Klage. Er war jetzt fast am Ziel. An der Tür des Busses war ein Schild befestigt, auf dem in Druckbuchstaben die Endstation der Reise angegeben war: Van Gelder Studio.

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