Isabelle Faust spielt Schönberg Zwölftonmusik als Ohrwurm

Isabelle Faust brillierte mit Schönbergs Violinkonzert, einem der anspruchsvollsten Werke für ihr Instrument. Sie schaffte es, alle Sprachen dieser für Interpret und Zuhörer oft so schwierigen Musik zu einen.

Von Ekaterina Kel

Die Musik von Arnold Schönberg und ein Ohrwurm - das will nicht so recht zusammenpassen. Der Urvater der atonalen Musik, der Zwölftonreihen-Konstrukteur, dessen Werke aufrütteln, verstören, anstrengen können und alles andere als einlullende Eigenschaften haben, soll seinen Zuhörern eine eindringliche Melodie ins Ohr pflanzen, sie fast schon zum Summen bringen? Das geht fantastisch. Und ohne jede Einbuße von Ernsthaftigkeit.

Diese Erkenntnis ist der Geigerin Isabelle Faust zu verdanken, die das selten aufgeführte Violinkonzert aus Schönbergs Hand im Münchner Herkulessaal spielte. ...