Filmstarts der WocheWelche Kinofilme sich lohnen und welche nicht

"Born to be blue" erklärt die zerstörerische Wechselwirkung von Jazz und Drogen. In "Giulias großes Rennen" wird eine Auto-Wettfahrt zur Lebensmetapher.

Von den SZ-Filmkritikern

Born to be blue

Der Regisseur Robert Budreau und der ehemalige Hollywoodstar Ethan Hawke haben den genialischen, aber leider sehr drogensüchtigen Jazztrompeter Chet Baker in ein weinerliches Wrack verwandelt, das pseudophilosophischen Mist murmelt. Es hilft auch nicht, dass Bakers Meisterwerke von einer mittelmäßigen kanadischen Band nachgespielt werden und Hawke selbst singt. Aber selbst wenn man für Jazz nichts übrig hat, ist der Film als Film recht fad. So verliert das Kino gegen Youtube. Da findet man grandiose Aufnahmen von Baker. Ein belgisches Konzert von 1964 zum Beispiel. Oder ein Interview von 1980, in dem er sehr klar (und in flüssigem Italienisch) die zerstörerische Wechselwirkung von Jazz und Drogen erklärt. Von Andrian Kreye

Bild: dpa 8. Juni 2017, 17:092017-06-08 17:09:26 © SZ.de/pak