Erik Olin Wright: "Warum Klasse zählt":Fataler Selbstbetrug

Erik Olin Wright: "Warum Klasse zählt": Demonstration für die Wiedereinführung der Vermögensteuer im Juli 2021 auf der Münchner Theresienwiese.

Demonstration für die Wiedereinführung der Vermögensteuer im Juli 2021 auf der Münchner Theresienwiese.

(Foto: Robert Haas)

Der Kinofilm "Parasite" war ein Hit, aber warum interessieren sich im echten Leben so wenig Menschen für Klassenfragen? Der Soziologe Erik Olin Wright hat ein erhellendes Buch zu der Frage geschrieben.

Von Jan Schroeder

Der Behauptung, wir würden in einer Klassengesellschaft leben, wird heute kaum noch so entschieden widersprochen wie während des Kalten Krieges. In den Sozialwissenschaften, gewiss einer Blase für sich, ist die These inzwischen sogar eher eine Mainstream-Ansicht. Seitdem in Amerika Thomas Frank ("What's the Matter with Kansas?"), in Frankreich Didier Eribon ("Rückkehr nach Reims") und hierzulande Oliver Nachtwey ("Die Abstiegsgesellschaft") für Furore gesorgt haben, fokussiert der akademische Diskurs wieder Kategorien wie Klasse und Kapitalismus statt Schicht und soziale Marktwirtschaft.

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