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Die CDs der Woche - Popkolumne:Schluss mit Pop-Schneewittchen

Falls Festival 2009 - Day 2

Karen O von den "Yeah Yeah Yeahs" ist das absolute Gegenteil zu den unzähligen klar definierten, postfeministischen Pop-Sternchen aus dem Jahr 2012.

(Foto: Getty Images)

Karen O, die Stones und noch mehr: Beim Rückblick auf das Pop-Jahres 2012 fällt auf, dass es auch von grandiosen Filmsongs, Konzerten unter Freunden und einem einzigartigen Band-Jubiläum geprägt war. Und wer wirklich wissen wollte, wie die sogenannten jungen Leute heute ihre Stars feiern, erfuhr es auch.

Um die Jahreswende erscheinen selten wichtige Alben. Ein guter Zeitpunkt also, um das Pop-Jahr 2012 zu resümieren. In den vergangenen Wochen bekannten sich schon Karl Bruckmaier, Max Fellmann und Max Scharnigg zu ihren Platten und Pop-Momenten des vergangenen Jahres, heute ist Joachim Hentschel am Zug. Es folgen noch Jens-Christian Rabe und Jan Kedves.

Karen O

Erster bester Moment des Jahres: Die Titelsequenz von David Finchers Filmversion des Kriminalromans "Verblendung" von Stieg-Larsson. Musik: Trent Reznor und Atticus Ross. Gesang: Karen O. Das Stück: "Immigrant Song", offizielle Wikingerhymne der Brustbein-Lockenmachos Led Zeppelin, in dieser neuen Fassung aber wie durch schwarzes Eis gebrüllt, von der unheimlichen Frau.

Dazu, in den Filmbildern, die mythische Geburt der Romanfigur Lisbeth Salander, der sexuell sonderbaren Hackerin und Rächerin, die natürlich nicht als Venus aus dem Schaum steigt, sondern sich aus einer Flüssigkeit zu verfestigen scheint, aus Öl oder etwas ähnlich Zähem, Giftigen. Die das Maul aufsperrt, die Luft verschlingt, genau wie Karen O im Song, bockelhart ätherisch, das Gegenteil zu jeder der unzähligen klar definierten, postfeministischen Pop-Schneewittchen, die 2012 die Blog-Charts und Windows-Werbespots beherrschten. Fast vergessen: So fühlt sich Angst an.

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