Carnegie Hall, New York

Ein Auftritt in der New Yorker Carnegie Hall ist der Ritterschlag und der Start der Weltkarriere für jeden Pianisten. Viele Live-Mitschnitte daraus sind legendär, Vladimir Horowitz hat hier Jahrzehnte lang aufgenommen, die Carnegie-Debüt-Konzerte von Evgeny Kissin und Daniil Trifonov wurden Plattenerfolge. Ein Grund für die herausragende Akustik, die auch für größere Besetzungen und Orchester funktioniert, ist wieder einmal die Quader-Grundstruktur sowie die verwendeten Hölzer für die Wandverkleidungen.

Dazu kommt eine im Vergleich zu modernen Sälen niedrige Bühne, die zusätzlich als Halbkreis gedacht ist und mit einer flachen Kuppel überwölbt ist. So kann sich der Klang im Halbrund balanciert ausbilden und von dort aus in den Saal abstrahlen. Manche Säle wie die Münchner Philharmonie sind genau umgekehrt konstruiert: Dort ist der Raum über der Bühne am höchsten und verjüngt sich im Publikumsraum drastisch nach hinten und oben. Der Klang kann sich also nicht entfalten, sondern wird eingeengt und produziert unangenehme Reflexe und Störungen.

Bild: AP 9. Februar 2015, 15:372015-02-09 15:37:03 © SZ.de/cag/zig/liv