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"Game of Thrones"-Schauspielerin:Immer eine Lady

Diana Rigg in Cannes im Jahr 2019.

(Foto: JOEL SAGET/AFP)

Sie schrieb als Tracy Bond Filmgeschichte und zog als Olenna Tyrell in "Game of Thrones" die Fäden: Die Schauspielerin Diana Rigg ist im Alter von 82 Jahren gestorben.

Von Theresa Hein

Frauen an der Seite von James Bond, die, zumal in der Anfangszeit der Agentenfilme, mehr durften als nur Muscheln an Stränden zu sammeln, waren eine enorme Seltenheit. Die bemerkenswerteste unter ihnen war die Rolle der Contessa Teresa "Tracy" di Vicenzo in "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" aus dem Jahr 1969. Gespielt hat sie Diana Rigg.

Tracy war die einzige Frau, die James Bond jemals heiratete, und man kann natürlich nur mutmaßen, warum ausgerechnet sie. Nicht unwahrscheinlich ist aber die Kombination aus ihren roten Haaren, dem feinen Näschen und - entscheidend hier - der Fähigkeit, Bösewichte zu verprügeln.

Eines der ersten feministischen Rollenvorbilder der Fernsehgeschichte

Und natürlich, weil Diana Rigg die Contessa mit einer sehr englisch-anmutenden, sympathischen Sturheit ausstattete - genau wie zuvor schon ihre Emma Peel in der britischen Agentenserie "Mit Schirm, Charme und Melone". Peel war, das vergisst man leicht, weil es so furchtbar weit weg erscheint, eines der ersten feministischen Rollenvorbilder der Fernsehgeschichte.

Zu ihren aktuelleren Rollen, die Diana Rigg einem jüngeren Publikum bekannt gemacht haben, gehörte die der durchtriebenen Lady Olenna Tyrell in der HBO-Serie Game of Thrones. Rigg spielte Tyrell in einem beeindruckenden Spätwerk als raffinierte, nie eindimensionale Strippenzieherin. Am Donnerstag ist Diana Rigg, auch im wahren Leben mit dem Titel "Dame", dem Echtzeit-Äquivalent zur "Lady" ausgezeichnet, im Alter von 82 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben.

© SZ/biaz

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