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Bushidos Biographie:Der höfliche Rächer

Nun hat es Bushidos Biographie also ins Kino geschafft. Wir haben tatsächlich das Buch gelesen und servieren Ihnen Mamis ganz harten Kerl - in Bildern.

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bushido; Foto: dpa

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Nun hat es Bushidos Biographie also ins Kino geschafft. Wir haben tatsächlich das Buch gelesen und servieren Ihnen Mamis ganz harten Kerl - in Bildern.

Da ist natürlich die Empörung groß: Ein lyrischer Minimalalphabet maßt sich nicht nur an, mit seinem frauen- und schwulenfeindlichen Gestammel unserer Jugend die Gehörgänge zu verstopfen, sondern er reiht sich nun auch noch in die unaufhaltsam und bedrohlich wachsende Reihe derer ein, die unbedingt ihr Leben zu einer Biographie verwursten müssen. Das Schlimmste aber: Er hat auch noch Erfolg damit. "Bushido" sprengte sogar seine eigenen Erwartungen, weil seine gleichnamige Biographie, auf der in güldenen Lettern sein Name prangt, wochenlang an der Spitze der Beststeller rangierte. Bei Erscheinen des Buches waren die Feuilleton-Redaktionen konsterniert: Was soll man damit anfangen? Ignorieren? Verzweifeln? Abkanzeln? Wir haben uns gedacht, dass es am besten sei, das Buch zu lesen, bevor man eine Rezension verfasst. Ja, wirklich: Wir haben mehr als 400 Seiten Bushido-Slang studiert und bis zum Ende durchgehalten. Manchmal hätten wir gerne einen Psychologen zu Rate gezogen, ein andermal am liebsten den Wälzer vor Empörung in die Ecke geschmissen, an anderen Stellen laut aufgelacht, und einmal fast geweint - aber wir haben es geschafft. Das Fazit? Es ist alles sehr schlimm. Aber für einige Textstellen hat es sich dann doch gelohnt. Sehen Sie selbst. Die denkwürdigsten Passagen in der Nahaufnahme.

Foto: Bushido bei der Premiere seines Kinofilms, basierend auf der Bushido-Biographie: "Zeiten ändern Dich"/ddp

Text: Ruth Schneeberger/sueddeutsche.de

bushido dj ötzi

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"Mama, ich brauche Geld!" "Wofür denn, mein Junge?" "Ich möchte Drogen verkaufen", versuchte ich ihr die Situation ganz sachlich zu erklären. Meiner Mutter schlief das Gesicht ein, als sie meine Worte hörte. Am Ende meiner kleinen Rede fügte ich noch hinzu: "Mama, das ist auch gar nicht gefährlich. Alles, was ich brauche, sind 450 Mark. Du bekommst das Geld auch in drei Wochen zurück und ich werde dir bestimmt keinen Kummer bereiten. Das verspreche ich!" Sie überlegte vielleicht zehn Sekunden, dann stand sie auf, ging ins Wohnzimmer, holte ihre Sparbüchse aus dem Versteck und gab mir, ohne etwas zu sagen, die 450 Mark in neun braunen 50-Mark-Scheinen. Wahnsinn. Nach einiger Zeit merkte ich, dass umso mehr Kohle für mich übrig blieb, je weniger ich selbst rauchte. Ich konnte also nicht nur umsonst kiffen, sondern auch noch mit meiner Freundin ins Kino gehen. was für ein Leben! Ich war 14 Jahre alt und fühlte mich wie ein verdammter König!

Zwei Dinge sind an dieser Textstelle, die wie alle anderen leicht gekürzt wieder gegeben wird, bemerkenswert: Erstens die Tatsache, dass sie das erste Kapitel eröffnet. Wir bekommen also einen direkten Einstieg in das, was in Bushidos Leben wichtig, prägend und aufregend war. Zweitens die Tatsache, dass Bushido sich am Ende des Buchs, mit 28 Jahren, noch auf einer ähnlichen Entwicklungsstufe befindet wie mit 14. Es sind nur zwischendurch "krass viele Dinge" passiert, die die Welt erfahren soll - außer der Tatsache, dass selbst DJ Ötzi (Foto) ein Fan von ihm geworden ist:

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bushido snoop dogg

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Als da wären:

1) Sein unaufhaltsamer Aufstieg. Kein Zweifel bleibt nach den Einführungsseiten daran, wer Deutschlands größter, bester, schönster, fähigster, durchsetzungskräftigster und vor allem bestverdienendster Hiphop-Star ist - obwohl seine Lieder nicht im radio laufen. Bushidos Meinung nach kann es nur einen geben, und seine Mama hat immer schon gewusst, dass es der Junge weit bringen wird. Deshalb kann er es sich auch leisten, Snoop Dogg (Foto) am Telefon eine Abfuhr zu erteilen, als dieser um Unterstützung für sein Konzert ersucht.

2) Seine Gegner. Es ist ja nicht so, dass Bushido jedem, der ihm irgendwie quer kommt, direkt eins aufs Maul geben würde. Es ist noch viel schlimmer. Der selbsternannte King of German Hiphop gefällt sich in der Rolle dessen, der austeilt, auch wenn ihn gar niemand angreifen wollte. Unzählige Textpassagen zeugen davon, am dringlichsten aber eine besondere, die wir uns später noch ansehen werden.

3) Die Sache mit den Frauen. Alles Schlampen, außer Mutti - dieser Leitspruch gilt für unseren Helden ganz besonders, da ihn nämlich seine große Liebe "Selina" bitterlich enttäuscht hat. Warum, wird eigentlich nicht deutlich, obwohl er immer wieder darauf zurückkommt. Seit dieser wegweisenden Erfahrung jedenfalls kann er keiner Frau mehr trauen und wird sie fortan nur noch benutzen, um sich an der Frauenwelt zu rächen. Zitat: "Selina hat mich zu diesem Monster gemacht."

4) Seine Familie. Neben seinen Eltern, die später noch mal Thema sein werden, sind das alle, die ihn beschützen. Es handelt sich dabei um einen Männer-Clan, dem er selbst Mafia-ähnliche Strukturen zuschreibt, und dessen Lieblingsbeschäftigung (neben dem Verteilen von "Schellen" und härteren Prügeln bis hin zu Schusswaffengebrauch) es ist, im eigenen Café in Berlin zu "chillen". Und damit kommen wir zu Bushidos Lieblingswörtern:

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bushido karel gott

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1) "Atzen". Sind eigentlich alle, außer ihm. Manchmal sogar er selbst. Der Begriff ist nicht genauer zu definieren, weil er ihn erstens 10.000 Mal in einem einzigen Absatz verwendet, und damit also alles und jeden beschreibt, und weil er zweitens sowohl Freund (unter anderem Karel Gott, den er nun, da er mit ihm zusammen singt, bevorzugt "Herr Gott" nennt) als auch Feind (unter anderem die meisten seiner ehemaligen Hiphop-Mitstreiter) bezeichnet, wovon es in Bushidos Leben gleichermaßen viele gibt. "Atzig" ist darüber hinaus ein Ausdruck, der wohl am besten mit "so uncool, dass es schon wieder cool ist" zu umschreiben wäre.

2) "Spast". Der böse Gegenspieler des "Atzen". Bezeichnet eine nicht erwünschte Person. Sind außerdem alle, die gegen ihn sind.

3) "Opfer". Sind ebenfalls alle, die gegen ihn sind.

4) Die Adjektive "übelst" und "krass". Hier macht das Buch eine Entwicklung deutlich: Während am Anfang "krass" das meistgebrauchte Wort ist, wird es gegen Ende durch "übelst" ersetzt. Es soll dies nicht die einzige Wandlung sein, die Bushido in seinem 14-jährigen Aufstieg vom kindlichen Drogendealer zum prügelnden Bühnenstar durchläuft, aber eine der wenigen.

5) "Chillen". Seine Lieblingsbeschäftigung außer Geldverdienen. Kommt sogar noch vor "Olle klarmachen", was soviel heißt wie Geschlechtsverkehr mit weiblichen Bekanntschaften vollziehen. Nach eigenen Aussagen nimmt Bushido aber keine Drogen mehr, seit er gemerkt hat, dass dies seiner geistigen Gesundheit abträglich sein soll. Das "Chillen" und "Relaxen" wird deshalb mittels Wasserpfeife mit Weintraubenaroma in seinem Lieblingscafé vollozogen, wo neben Schusswechseln durchaus auch Geschäftsabschlüsse stattfinden, unter anderem mit hochstehenden Persönlichkeiten aus dem kriminell angehauchten Milieu der Hochfinanz (Stichwort: Hoyzer). Das "Chillen", was im übrigen manchmal auch "sich feiern" (was wiederum auch "Fan sein von ..." bedeuten kann) genannt wird, je nach Stimmungslage, ist deshalb so maßgeblich, weil in Bushidos Leben einfach viel zu viele "krasse Dinge" passieren:

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bushido liest vor

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Die krassen Dingen lassen sich am besten mit zwei einfachen Sätzen zusammenfassen:

1) Jeder will ihm was.

2) Bushido lässt sich nichts gefallen. Ob nun Kollegen, andere Hiphoper, Frauen oder Schläger-Größen auf der Reeperbahn: Es gilt stets, sich zu verteidigen - und vor allem, sich zu behaupten. Ausführlichst wird in unzähligen Kapiteln mit Namen wie "Du sprichst wie ein Mann? Steck ein wie ein Mann!", "Auf-die-harte-Tour" oder "Eine Runde Klartext" davon berichtet, wie Bushido jeden fertig macht, der sich ihm in den Weg stellt. Abgesehen davon, dass dies das Lesen des Buches ziemlich müßig macht, weil es eigentlich nur seine Mama interessiert, warum Bushido in welcher Nacht wem genau wahlweise die Meinung geigen, die Freundschaft/Geschäftsbeziehung kündigen oder körperlich werden musste, sind es genau diese Verflechtungen und unschönen Begegnungen, die den Großteil des Buches ausmachen. Und von denen man ihm einzelne schlicht nicht abkauft weil sie zu einseitig und tendenziös beschrieben sind - würde man sich denn tatsächlich näher damit beschäftigen wollen. Bemerkenswert ist daran nur, welche Rolle und welch hohen Wert Bushido diesen Begegnungen selbst zuschreibt, indem er jeder einzelnen ein ganzes Kapitel in seiner Biographie widmet - mit dem immer selben Ausgang: Bushido rules the world. Noch bemerkenswerter ist, welch bedenklich stimmende Ausmaße das annimmt:

"Ich fühlte mich an diesem Abend sauwohl. Ich chillte mit der Universal-Chefetage, konnte mit richtig asozialen Ausdrücken um mich werfen und niemand störte sich daran. Das war richtig cool."

Vorausgegangen ist dieser Textpassage wohlgemerkt ein ganzes Kapitel, in dem beschrieben wird, wie Bushido auf die einfache Frage einer Musikmanagerin, warum er nicht zu ihrer Party gekommen sei, dermaßen ausfällig, persönlich und unverschämt wird, dass die umstehenden Partygäste auf der Popkomm 2006 vor Scham im Boden versanken. Der Grund für sein eklatantes Poltern bleibt unklar: Zu vermuten ist Machtgehabe, weil sich jene Musikmanagerin einst erdreistet hatte, ihm einen Plattenvertrag anzubieten.

"Ich wollte keine Frau als Boss haben. Da war mir auch die Kohle scheißegal. Das ging einfach nicht klar."

Dass er statt mit ihr seinen Vertrag mit Universal abgeschlossen hatte, sollte er indes nicht bereuen:

"Die haben mir zu unserem einjährigen Jubiläum einen Gutschein über 1000 Euro für den Edelpuff Bel Ami geschenkt. Die Jungs wissen einfach, wie man Geschäfte macht."

Womit wir bei einem weiteren drängenden Thema wären.

Foto: ddp

bushido paris hilton

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Den Frauen, die ihn ständig anhimmeln und alle seinen "Fame" wollen. Wo er geht und steht, bieten ihm Damen ihre Vorzüge an. Die ein oder andere Romanze muss deshalb selbstredend Eingang in sein Buch finden:

Wir sind Zeuge eines Telefongesprächs: Ich: "Ich habe Dir bestimmt 10-mal gesagt: Komm mal 'n bisschen runter, weg von diesem Verliebtheitstrip, und lass uns mal vernünftig miteinander umgehen. Neulich in Köln wieder. Wieso fragst du mich in einer SMS, ob ich zu dir ins Bett zum Kuscheln kommen möchte?" Tatiana: "... (schluchz)." Ich: "Und was habe ich dir geantwortet?" Tatiana: "... (schluchz)." Ich: "Wie oft habe ich dir gesagt, du sollst mal von diesem Verliebtheitstrip runterkommen?" Tatiana: "... schluchz)." Ich: "Und was machst du? Liegst in deinem Kölner Hotelzimmer und schickst mir 'ne SMS: Komm, lass mal kuscheln! So ein Blödsinn! Als ob ich zum Kuscheln kommen würde. Wenn ich komme, dann höchstens zum Ficken! Aber selbst darauf habe ich keinen Bock mehr. Du bist echt ein Abtörn, Alter." Tatiana: "Jetzt machst du mir zum ersten Mal so eine klare Ansage. Sonst hast du immer um den heißen Brei herumgeredet." Ich: "Du gehst mir richtig auf den Sack, weißt du das? Reiß dich mal ein bisschen am Riemen, okay? Dann haben wir nämlich alle keine Probleme. Du behauptest doch immer, so cool und professionell zu sein. Dann beweise es auch." Tatiana: "Ja. Mache ich." Ich: "Nur weil du was haben willst, was du nicht kriegst, kannst du nicht dieses Chaos starten." Tatiana: "Okay .... (schluchz)." Ich: "Kannst du auch mal bitte antworten, wenn ich einen Satz zu Ende gesprochen habe?" Tatiana: "Ja, ja, ja, ich werd mich bessern." Ich: "Na gut, wir werden sehen." Tatiana: "Okay ... (schluchz)." Ich: "Alles klar. Ciao." Tatiana: "Ciao."

Wenn Bushido mal ausnahmsweise die "Weiber" nicht so im Griff hat, was in einem Einzelfall aus dem Ruder zu geraten droht, weil ihm eine Unbekannte, die er fast geschwängert hätte, mit Absicht ein Kind unterjubeln will, um an seine Millionen zu kommen, und doch tatsächlich nicht davor zurückschreckt, Anwalt und Regenbogenpresse einzuschalten, kommen Bushido bittere Tränen. Nachdem er die Sache aber geritzt hat, ist er sich sicher, dass diese Ungerechtigkeit gegen ihn von einer höheren Macht gesühnt werden wird. Das ist auch der Grund, warum er seinen Eltern die Fabel mit dem menschlichen Ziegenbock aufs Wort glaubt, aber das würde hier zu weit führen. Nur so viel: Gott hat Bushido dieses Leben gegeben und all seinen "Fame".

Frauen aber hat er weitgehend abgeschrieben:

"Es ist doch jedes Mal die gleiche Geschichte. Immer verlieben sich diese Mädchen in mich. dabei wissen sie doch ganz genau, dass ich der Präsident von S.S.G., den skrupellosen Sex-Gangstern, bin. It is how it is."

Immerhin: Eine Traumfrau hat Bushido noch. Es ist erklärtermaßen Paris Hilton (Foto). Töchter reicher Eltern zögen ihn magisch an, er wisse selbst nicht, warum.

Foto: dpa

bushido dieter bohlen

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Am Ende gibt es dann noch einen Hollywood-reifen Showdown, der richtig an die Nieren geht, vor allem ihm selbst. Natürlich geht es um seine Familie - was sonst sollte ihm so nahe gehen? Ob man ihm nun seine Geschichte glaubt, oder sie für eine gekonnte Übersetzung (seines Ghostwriters, des Journalisten und PR-Beraters Lars Amend) der Eminem-Story ins Deutsche hält, bleibt dem Leser überlassen. An zwei, drei Stellen ist es jedenfalls spaßig, sich vorzustellen, Amend habe sie Bushido untergejubelt, um ihm ein paar klitzekleine "Schellen" zu verpassen, und Bushido hätte es nicht gemerkt.

Einmal befinden wir uns mit Bushido in der RTL-Show "Der große Deutsch-Test", in der natürlich wer als Sieger des Abends dasteht? Bushido. Deshalb ist er recht verwundert, dass außer Hellmuth Karasek (für seinen Sohn) kein einziger seiner Mitstreiter ein Autogramm haben möchte, nicht mal Jürgen Rüttgers:

Die anderen pissten sich ausnahmslos ein. Rüttgers, damals Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, war dagegen etwas steif und so uncool, dass es mir selbst schon ganz unangenehm war.

Ständig muss Bushido sich selbst überhöhen. Vielleicht ist dies ein Grund, warum so viele Möchtegern-Kleingangster in den U-Bahnen plötzlich nicht mehr auf den Sitzen herumschmieren, sondern sein Buch lesen: Dieser Benachteiligte, dem Glück und Erfolg nicht von Geburt an in den Schoß gelegt wurden, hat es geschafft. Und jetzt wollen alle wissen, wie und warum. Eine Theorie lautet, dass das Dieter-Bohlen-Prinzip zurzeit Karriere mache: Auf Schwächeren herumzuprügeln, um sich selbst zu erhöhen, und zwar unter dem Deckmantel, "nichts als die Wahrheit" zu sagen, wird nun hoffähig und zur Aufstiegs-Chance. Ausdrücklich wird Bohlen in Bushidos Biographie mit Lob bedacht.

Wen es im übrigen interessiert, wie Bushido zu seinem Künstlernamen kam, dem gibt das Buch bereitwillig Auskunft:

Beim "Zocken" an der Playstation sieht er einen japanischen Kurzfilm,

mit so heldenhaftem Gequatsche, von wegen Krieg und Kämpfer und Dämonen und krasse Typen, doch dann, ganz am Ende, nach ewigem Blabla: "That's Bushido!" Woah! Hammer! Sofort bekam ich am ganzen Körper Gänsehaut. Keine Ahnung wieso, aber ich wusste sofort, dass dies mein neuer Name sein würde. Für mich war die Sache erledigt. Die wahre Bedeutung fand ich erst viel später heraus: Bushido kommt aus dem Japanischen, war eine Art Lebenskodex der Samurai und heißt so viel wie "Weg des Kriegers". Die sieben Tugenden des Bushido lauten: Gerechtigkeit, Mut, Güte, Höflichkeit, Wahrheit, Loyalität und Ehre. Intuitiv hatte ich den richtigen Namen für mich gewählt.

Foto: ddp

bushido stefan raab

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Bei Stefan Raab jedenfalls, wo Bushido als Gast geladen war, um sowohl sein Buch als auch seine neue Platte vorzustellen, wirkte er eher wie ein Welpe denn wie ein Krieger - und auch nicht unsympathischer als Schwiegermama-Liebling Kai Pflaume, für den seit 15 Jahren nur die Liebe zählt, und der von Raab als "Gangster-Moderator" angekündigt wurde. Stefan Raab hatte Bushido ziemlich schnell am Schlafittchen, als er schlicht folgende Textstelle vorlas:

Sie war eine blonde, 20-jährige Schönheit, die ich während der Tour in Mannheim kennen gelernt hatte. Damals, im Tourbus, hatte ich sie extra nicht gevögelt, da ich es irgendwie nicht übers Herz gebracht hatte. Sie war einfach zu hübsch, als dass ich sie nur einmal bumsen wollte. Ich hob sie mir für später auf.

Raab wollte wissen, wie Bushido diese Textstelle für ein Hörspiel vertonen würde, in welchem Tonfall er vorlesen würde. Des Gangster-Rappers Antwort: ein Schuljungen-Kichern. Im Publikum nahm ihm danach keiner mehr ab, dass er diese Stelle selbst geschrieben habe. Doch Bushido betonte: "Es ist alles wahr." Und verkündete, dass er sich nun seinem nächsten Projekt widmen werde: seinem eigenen Film. Von wem nun dieses Werk handeln wird, ist die große Preisfrage.

Screenshot: tvtotal.prosieben.de

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