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Brauchtum - Brake (Unterweser):Kühe galoppieren auf Weide: Austrieb als Zeichen in Krise

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Kühe gehen schnell auf die Weide. Foto: Sina Schuldt/dpa (Foto: dpa)

Brake (dpa/lni) - "Ab auf die Weide!" - nach diesem Motto ist am Samstag die Winter- und Stallzeit für rund 200 Kühe in Brake (Landkreis Wesermarsch) zu Ende gegangen. Muhend, hüpfend und galoppierend begrüßten die Rinder der Familie Heiko und Heike Holthusen den Frühling 2020. Wegen der Corona-Krise war der Weideaustrieb nicht-öffentlich. Das Spektakel, das nach Angaben des des Vereins Grünlandzentrum fast 2000 Zuschauer im vergangenen Jahr hatte, wurde aber ins Digitale verlegt: Auf Social-Media-Kanälen und einer Internetseite veröffentlichte der Verein Fotos und Videos.

Die Veranstaltung war ganz bewusst trotz Corona-Krise nicht abgesagt worden. "In Zeiten, da Verbraucher leere Regale befürchten, erhält die heimische Landwirtschaft einen neuen Stellenwert", hieß es vom Grünlandzentrum. Öffentliche Weideaustriebe, die die Weidesaison nach der winterlichen Stallsaison feierlich eröffneten, seien in Niedersachsen nicht nur etabliert. "Die beliebten Spektakel machen in besonderer Weise auch die Landwirtschaft für die Gesellschaft wieder sichtbar." In Niedersachsen gibt es etwa 2,5 Millionen Rinder.

Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) wandte sich auf der Facebook-Seite mit einer Videobotschaft an die Zuschauer: "Es gibt viele Familien, die sich wirklich in diesen Tagen Sorgen machen, wie es auf den Betrieben weitergeht." Mit dem Kauf von regionalen landwirtschaftlichen Erzeugnissen sollten diese unterstützt werden.

Eigentlich hätten die Landwirtschaftsministerin und Umweltminister Olaf Lies (SPD), die gemeinsam die Schirmherrschaft übernahmen, das Tor geöffnet. "Weidetierhaltung heißt Artenvielfalt, heißt Biodiversität, heißt, dass da Leben ist auf den Weiden, wovon Insekten leben, wovon Vögel wieder leben", erklärte Lies in seiner Videobotschaft.

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