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Ausstellungen - Hamburg:"Märchenwelten"-Ausstellung erweckt Grimms Märchen zum Leben

Hamburg (dpa/lno) - Wer wollte nicht schon mal in eine Märchenwelt eintauchen? Gegen Drachen kämpfen, ein Königreich retten oder mit einem echten Prinzen tanzen? In der interaktiven Ausstellung "Märchenwelten" in der Hamburger Hafencity sollen die Geschichten der Gebrüder Grimm von Samstag an lebendig werden. "Grimms Märchen und die darin vermittelten Werte gehören zu den kostbarsten Schätzen unserer Kulturgeschichte", sagte Märchenwelten-Chef Matthias Kammermeier am Dienstag in Hamburg. "Sie sind seit mehr als 200 Jahren ein Bestseller und haben nichts von ihrer Magie verloren."

Mit Hilfe von Licht-, Sound- und Computertechnologie sollen die Besucher auf 3000 Quadratmetern in die Welt der Gebrüder Grimm eintauchen und "jeder Besucher zum Helden seines eigenen Märchens werden". Gestaltet wurde die Schau von dem Hamburger Atelier für Szenographie und dem Berliner Unternehmen Tamschick Media & Space, das schon in Museen begehbare Umgebungen geschaffen hat.

Zu Beginn geben die Besucher Name, Alter und Sprache in einen Computer ein und wählen eins von sechs Symbolen aus, denen Eigenschaften wie Stärke, Fleiß, Liebe, Treue, Mut und Weisheit zugeordnet sind. Danach erhalten sie ein persönliches Armband, das sie in Gruppen bis zu 40 Personen durch die Ausstellung führt. Am Anfang erklärt eine Stimme aus dem Off, was passiert ist: Eine böse Hexe bedroht das Märchenland und hat die Bewohner in Raben verwandelt und alle Werte eingeschlossen. Die Besucher sollen nun "das Märchenland vor dem Untergang bewahren" und die verwunschenen Bewohner von dem bösen Zauber befreien.

Nachdem die Gruppe durch eine magische Tür einer Bibliothek getreten ist, findet sie sich in einem 360-Grad-Kino wieder, das zunächst an einen Brunnenschacht erinnert und das sie ins Märchenland führt - Szenen aus Hänsel & Gretel, Froschkönig und Rotkäppchen flimmern über die Leinwand, im Hintergrund lacht immer wieder die böse Hexe. In einem düsteren Märchenwald hören die Besucher etwas zu ihren jeweiligen Tugenden, bevor sie für ein Weiterkommen an einer Schlossmauer das Lied der Nachtigall nachspielen müssen. An einem Zauberbrunnen verwandelt sich der Rabe schließlich wieder in eine Märchenfigur und die böse Hexe ist besiegt, wenn man durch die richtige Pforte schreitet.

Am Ende wartet die "Schatzkammer" mit zahlreichen Informationen zu Jacob (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786-1858), die 1812 ihren ersten Band der "Kinder- und Hausmärchen" veröffentlichten. So können die Besucher einen Originalautographen bestaunen oder an einem riesigen Touch-Screen noch mehr Details über Märchen erfahren. Voraussichtlich 2023 zieht die Ausstellung vom Baakenhöft zur Kaispitze des Strandkais gegenüber der Elbphilharmonie um. Bis dahin sollen die "Märchenwelten" auf Basis des Feedbacks der Besucher weiterentwickelt werden - eventuell kommen dann auch neue Aufgaben hinzu, die die Besucher lösen müssen.