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"Aushilfsgangster" im Kino:Auf Beutezug im Banker-Milieu

Diese Story passt perfekt zu den aberwitzigen Spiralen der Bankenkrise in den vergangenen Wochen: Ben Stiller und Eddie Murphy tricksen in "Aushilfsgangster" einen miesen Wall-Street-Schwindler aus. Ein Film im Geist von Steve McQueen.

Ein Film im Geist von Steve McQueen, dem 1980 gestorbenen Hollywoodsuperhelden, der auch heute noch die absolute Freiheit verkörpert, Amerikas unverwüstlichen Traum von einem grenzenlosen, ungebundenen, dynamischen Leben.

Kinostarts - 'Aushilfsgangster'

Josh Kovacs (Ben Stiller), Chase Fitzhugh (Matthew Broderick), Cole Howard (Casey Affleck) und Slide (Eddie Murphy, von links nach rechts) in "Aushilfsgangster": Revanche durch Raubüberfall.

(Foto: dpa)

McQueens Ferrari hat im Film der Milliarden-Spekulant Arthur Shaw (Alan Alda) ersteigert und in seinem Penthouse ausgestellt, ganz oben auf einem Luxus-Appartement-Tower, für den die protzerischen Bauten von Donald Trump am Central Park das Vorbild lieferten. Man schwimmt dort im Geld, am Boden seines Pools direkt unter dem Himmel von New York hat Shaw einen Hundertdollarschein malen lassen, der nachts in der Vogelperspektive verführerisch schillert.

2005 hat Eddie Murphy die Story für diesen Film entwickelt - eine Gruppe schwarzer Jungs wollte ein Penthouse ausrauben -, aber als nichts wurde aus dem Projekt, zog er sich wieder zurück und wurde erst nach einer kräftigen Umarbeitung zurück ins Team geholt, neben Co-Star Ben Stiller: zwei alte komische Männer, denen die Müdigkeit manchmal sehr direkt ins Gesicht geschrieben steht. Und die Story passt plötzlich perfekt auf die Stimmung der letzten Wochen, die aberwitzigen Spiralen der Bankenkrise, die Aktivitäten der "Occupy Wall Street"-Bewegung.

Shaws Millionen will man sich holen, er hat sie in einem Geheimsafe in seinem Penthouse versteckt, und in diesem Penthouse hockt er gerade unter Hausarrest. Er soll angeklagt werden, ein korrupter Pleitebanker, weiß aber natürlich, dass er von der Justiz nichts zu fürchten hat.

Ein mieser zynischer Menschenmanipulateur, der gerne schikaniert. Subtilitäten leistet er sich eher nicht, es langt gerade mal zu einem Hinweis auf den Schachmeister Frank Marshall, der einst mit einem genialen Überraschungszug seinen siegessicheren Gegner Lewizki ausmanövrierte. Allerdings hat Shaw nicht mitgekriegt, dass er in der aktuellen Partie den Lewizki abgibt.

Nette Amateure

Unter anderem hat er nämlich die Belegschaft des Towers um ihre Pensionseinlagen gebracht, und die will Ben Stiller, Ex-Manager des Tower, auf Betreiben Shaws gefeuert, zurückholen, durch einen professionellen Einbruch - so professionell es eben geht bei so netten Amateuren und unter Führung eines kleinen großspurigen Ganoven wie Eddie Murphy.

Schön wird die Solidarität der Tower-Leute ausgespielt, Capra meets Occupy, aber dann verliert Regisseur Brett Ratner (dreimal "Rush Hour") die Lust und verzettelt sich in einen drögen Snoopy-Thanksgiving-Day-Finale. Dass man doch mit seinem Herzen dabei bleibt, ist dem Spirit von Steve McQueen zu verdanken. Das Kapital hat diesen Spirit weggesperrt, aber am Ende des Films ist er wieder freigesetzt.

TOWER HEIST, USA 2011 - Regie: Brett Ratner. Buch: Ted Griffin, Jeff Nathanson. Kamera: Dante Spinotti. Artdirection: Nicholas Lundy. Mit: Ben Stiller, Eddie Murphy, Matthew Broderick, Casey Affleck, Téa Leoni, Michael Peña, Alan Alda. Universal, 104 Minuten.

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Der Glücksritter