Architekturbiennale in Venedig – USA: die Präsentation macht's

Eigentlich sind 124 Projekte mindestens 104 zu viel. Doch der amerikanische Pavillon schafft es mit seiner genial simplen Präsentation, dass man sich tatsächlich tief in die Möglichkeiten der bürgerlichen Eigeninitiativen begibt. Was sich zunächst wie ein Wald aus unzähligen von der Decke hängenden bunten Streifenflaggen darstellt, entpuppt sich von der anderen Seite als Kurzinfo zu dem darauf vorgestellten Stadtentwicklungsprojekt - alles private Eigeninitiativen. Das macht in Zeiten der Krise vermutlich nicht nur mehr Sinn, als auf öffentliche Unterstützung zu warten, sondern stärkt auch den Gemeinschaftssinn unter der Nachbarschaft. Die Projekte, die einen interessieren, zieht man zu sich herunter, und erfährt so das Wichtigste über kommunale Wohnzimmer auf den Straßen Kaliforniens, kreative Spielplätze zum Selberbauen von David Rockwell oder überall installierbare Sitz- und Abstellgelegenheiten für das Pop Up Lunch in der Mittagspause. Selten hat man sich so fröhlich durch einen Pool an Ideen für eine bessere Stadt gehangelt.

Titel der Ausstellung: Spontaneous Interventions: Design Actions for the Common Good, Foto: Imagination Playground by the Rockwell Group.

Bild: Chris Amaral, courtesy of the Rockwell Group 31. August 2012, 14:152012-08-31 14:15:33 © SZ vom 31.08.2012/ihe