Abseitiges auf der Frankfurter Buchmesse:Gerüchten zufolge ging es irgendwie um Sex

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Bei den Partys und Verlagsfesten, dem Bacchanal der Büchermenschen. Das Rowohlt-Fest in der Schirn ist populärstes Klatsch-Karussell - schneller als bei Twitter verbreiten sich hier Nachrichten aller Art. Etwa die Berichte von Teilnehmerinnen des Kritikerempfangs bei Suhrkamp, auf dem der Philosoph Peter Sloterdijk einen diskussionswürdigen Vortrag gehalten hat. Den Gerüchten zufolge ging es da irgendwie um Sex in der Gegenwart und Sex in der Steinzeit, natürlich auf sehr hohem philosophischen Niveau, aber vielleicht hätte Sloterdijk die Szenen doch besser von Charlotte Roche schreiben lassen sollen. "Immer diese Männer, die über viel jüngere Frauen fantasieren - dieses Mal ist sie gleich zwanzigtausend Jahre jünger", lästert eine Kritikerin.

Etwas weniger eng und heiß ist es beim großen Random-House-Empfang im Bockenheimer Depot, der insofern außergewöhnlich für die Buchmesse ist, weil man hier mehr zu essen bekommt als belegte Brote: Bei den Bertelsmännern kann man in der Thai-Food-Schlange den schöngeistigen Florian Langenscheidt treffen, der dieses Mal mit einem "Handbuch zum Glück" und ganz vielen lebenswichtigen Fragen unterwegs ist.

Am heftigsten ist der Andrang dieses Mal aber beim Fest der Fischer-Verlage im Literaturhaus am Main, bei dem man sich fast so nahe kommt wie im Wiesn-Zelt, wobei die Frankfurter Brezeln nicht Oktoberfest-Niveau erreichen. Bei Fischer sind dieses Jahr wirklich alle, deshalb dauert allein die Abgabe der Mäntel eine knappe Stunde.

Der nächste Morgen ist härter als jede Verlags-Stulle

Der nächste Morgen bei der Buchmesse ist härter als jede Verlagsstulle. Die Jugendbuch-Autorin Kerstin Gier stellt ihr neuestes Buch "Silber" vor, und die Zuschauer sind jung, begeisterungsfähig und unverdorben, fast so wie die Figuren in ihren Büchern. Auch Gier, die zu den leisen Autoren zählt, aber einen Bestseller nach dem anderen schreibt, beherrscht das Wechselspiel mit ihrem Publikum. Mit ihrer Schüchternheit kann sie sofort punkten: "Eigentlich mag ich die Buchmesse gar nicht. Einmal bin ich sogar mal mit dem Rock in der Strumpfhose durch die Hallen gelaufen."

So ein Messeunfall würde Charlotte Roche eher nicht passieren. Bei der sitzt einfach alles, wenn sie mal auf Tour ist.

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