USA: Kündigung wegen Attraktivität Zu sexy für den Job

Eine Bankerin in New York behauptet, sie wurde entlassen, weil sie zu gut aussehe. Ihre Chefs konnten sich bei ihrem Anblick nicht mehr auf die Arbeit konzentrieren.

Attraktive Menschen haben mehr Erfolg im Beruf, heißt es. Von wegen! Debralee Lorenzana, eine junge Bankerin aus New York, hat jetzt ihren ehemaligen Arbeitgeber, die Citibank, verklagt. Man habe sie gefeuert, weil sie zu gut aussehe, so ihr Vorwurf.

Schönheit kann auch ein Fluch sein. Weil sie angeblich zu attraktiv war, wurde eine Mitarbeiterin der Citibank in New York entlassen.

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Der US-Zeitung Village Voice berichtete die Frau mit den langen dunklen Haaren und ausgeprägten Kurven, ihre Vorgesetzten hätten ihr während eines Treffens offenbart, sie könnten sich in ihrer Anwesenheit nicht auf die Arbeit konzentrieren. Deshalb sollte sie darauf verzichten, im Büro enganliegende Rollkragenpullover, Bleistiftröcke oder enganliegende Hosenanzüge zu tragen.

Eine Aufforderung, der die 33-jährige alleinerziehende Mutter mit Latino-Wurzeln nicht nachkam - nicht zuletzt deshalb, weil viele ihrer Kolleginnen wesentlich aufreizender angezogen waren, wie sie fand. Die Argumentation der Chefs: Die Körper der anderen Mitarbeiterinnen seien weniger aufsehenerregend als ihrer.

Mangelnde Selbstbeherrschung

Eine Sichtweise, die Jack Tuckner, Lorenzanas Anwalt, nun vor einem Schiedsgericht entlarven möchte. "Es geht im Grunde um Selbstbeherrschung", sagt er. "Diese Männer sagen: 'Wir können nicht mehr denken, weil wir dich nur als Sex-Objekt wahrnehmen und dich nicht ansehen können, ohne eine sexuelle Beziehung mit dir haben zu wollen. Jetzt liegt es an dir, wunderschöne Frau, deine Attraktivität zu mindern, damit wir uns wieder konzentrieren können.'"

Dabei fing alles so gut an. Lorenzana stellte sich im September 2008 bei der Citibank vor - und bekam inmitten der Finanzkrise einen Job. Die erste Ernüchterung folgte schon nach einigen Wochen. "Eine Kollegin sagte mir, die Filiale sei bekannt dafür, hübsche Mädchen anzustellen. Deshalb hätte sie gleich gewusst, dass ich den Job bekommen würde."

Zu enge Hosen, zu hohe Schuhe

Lorenzana ignorierte die Bemerkung und fand Spaß an der Arbeit. Doch die Bemerkungen über ihre Garderobe nahmen zu. Sie wurde ins Büro des Chefs gebeten, weil ihre Hosen angeblich zu eng waren. Später folgte dann die Liste mit den Kleidungssstücken, die sie nicht mehr tragen sollte, darunter auch Schuhe mit hohen Absätzen. Generell sollte die Angestellte künftig weitere Kleidung tragen.

Lorenzana wandte sich an die Personalabteilung - ein Schritt, der alles nur noch schlimmer machte. Die Kommentare der Vorgesetzten über ihre Kleidung kamen jetzt fast täglich - obwohl sie sich Mühe gab, möglichst unscheinbar zu erscheinen. "Ich hätte auch in einer Papiertüte kommen können, es hätte keinen Unterschied gemacht. Wenn es nicht meine Bluse war, war es meine Hose, und wenn es die nicht war, dann waren es die Schuhe", sagte sie gegenüber Village Voice.

Unpassend für die Unternehmenskultur

Lorenzana beschwerte sich weiter - und wurde schließlich in eine andere Filiale versetzt. Für wenige Monate. Stellen wurden gekürzt, und Lorenzana musste gehen. Der Grund: Sie würde nicht in die Kultur der Citibank passen, nicht zuletzt wegen des Konflikts bezüglich ihrer Kleidung. Ob ihre Kündigung tatsächlich rechtens war, wird nun das Schiedsgericht entscheiden.

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