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Unis nach den Plagiatsaffären:Strengere Regeln in Bayreuth

Auch in Bayreuth wollen die Rechtswissenschaftler die Promotionsregeln verschärfen. Unabhängig von den Plagiaten wunderten sich viele darüber, dass Guttenbergs später aberkannte Doktorarbeit zunächst als Spitzenwerk bewertet wurde. Bei Dissertationen sind die Noten oft umstritten. In Zukunft wird es seltener die Bestnote geben, vermutet Professor Lepsius. Das Promovieren in Deutschland wird schwieriger.

Reagiert haben auch Begabtenförderwerke wie die Friedrich-Naumann-Stiftung: Von Stipendiaten, die als Plagiatoren auffliegen, werden sie in Zukunft das Geld zurückfordern.

Bundesweite, politische Vorgaben zu den Regeln der Promotion sind dagegen kaum durchsetzbar. Die Fakultäten pochen auf ihre Autonomie, die sie ja auch schützt vor Eingriffen aus Politik und Lobbygruppen. Allenfalls hören die Universitäten auf die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und deren Empfehlungen. Im November plant die DFG einen großen Kongress zum Thema. Er soll einen Prozess einleiten, an dessen Ende noch präziser gefasste Regeln zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten stehen könnten.

Die Plagiatsfälle werden also nicht länger totgeschwiegen; doch es fehlt ein von allen akzeptiertes Patentrezept, Lug und Trug zu verhindern. Manchmal würde es schon reichen, längst bestehende Regeln umzusetzen: An der Uni Konstanz sieht die Promotionsordnung vor, dass Doktoranden eine eidesstattliche Versicherung abgeben. Darin müssen sie garantieren, ihre Arbeit selbständig verfasst und die benutzte Literatur ordnungsgemäß zitiert zu haben. Im Frühjahr flog eine Juristin auf, die seitenweise in ihrer Dissertation abgeschrieben hatte.

Was dabei auch aufflog: Eine eidesstattliche Versicherung fehlte. Die Verwaltung hatte geschlampt und alte Formulare verwendet. So wurde bisher von keinem Doktoranden eine eidesstattliche Versicherung abgegeben. "Es gab ein Defizit bei uns", sagt eine Uni-Sprecherin. Man werde das schleunigst beheben.