Nach dem Brexit-Votum:Internationale Forschungsprojekte in Gefahr

In den Unternehmen wird zunächst abgewartet - für die Mitarbeiter bedeutet das eine schlechte Planbarkeit. Klappt es mit der Beförderung? Wird mein Vertrag verlängert? Wie realistisch ist der geplante Auslandseinsatz? All diese Fragen liegen in vielen Personalabteilungen bis auf Weiteres auf Eis.

In einem Bereich ist allerdings schon absehbar, wie dramatisch sich das Brexit-Votum tatsächlich auf die gut ausgebildeten, international arbeitenden Europäer auswirkt: in der Wissenschaft.

In keinem anderen Feld gibt es so viele länderübergreifende Kooperationen wie bei Forschungsprojekten. Die, was noch erschwerend hinzukommt, oft zu einem erheblichen Anteil mit EU-Fördermitteln finanziert sind.

Einer aktuellen Erhebung zufolge, über die der Guardian berichtet, kam es bereits vereinzelt dazu, dass britische Forscher aufgefordert wurden, EU-geförderte Projektgruppen zu verlassen oder Leitungsfunktionen abzugeben, um die Finanzierung nicht zu gefährden. Welche Folgen hat das Referendum? Dieses Thema präge zur Zeit nahezu jedes Gespräch über Forschung, heißt es aus der Uni-Szene.

"Ich nehme stark an, dass die britischen Politiker das Ausmaß gar nicht erfassen", zitiert der Guardian den britischen Leiter eines Forschungsprojekts in Norwegen, Joe Gorman. "Sie glauben, dass hier weiterhin alles seinen normalen Gang geht, bis die Verhandlungen abgeschlossen sind - doch da liegen sie falsch." Die Probleme für Wissenschaftler hätten bereits begonnen.

Theresa May wird keine Zeit haben, sich lange an ihrem neuen Arbeitsplatz einzugewöhnen. An ihrem Job hängt die berufliche Zukunft von Millionen und die wünschen sich vor allem eins: eine klare Perspektive - und das möglichst schnell.

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