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Frauenquote:Problemfall Deutsche Bahn

Viele Unternehmen haben verstanden, dass die alte Männertour nicht mehr weiterführt und sie ein Zeichen setzen müssen. Die großen Konzerne machen sogar den Eindruck, als sei ihnen die Dominanz der Männer inzwischen peinlich. So hat Siemens-Chef Peter Löscher inzwischen zwei Kolleginnen im achtköpfigen Vorstand. Das ist eine Rekordquote in einem Dax-Konzern. Der Chemiekonzern BASF sowie der Energieversorger Eon haben inzwischen je eine Frau in das Führungsgremium berufen.

Debatte um Frauenquote

"Wer nach oben will, muss Leistung bringen"

Der Autohersteller Daimler, lange ein reiner Männerclub, teilte gerade mit, er werde die frühere Verfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt in sein Führungsgremium berufen. Das Handelsunternehmen Karstadt schaffte es vor wenigen Tagen in die Schlagzeilen, weil es Doris Schröder-Köpf, die Ehefrau des Ex-Kanzlers Gerhard Schröder, in seinen Aufsichtsrat berufen hat.

Beim Chemieunternehmen Henkel macht der neue Chef, der Däne Kasper Rorsted, gerade mächtig Druck in der Frauenfrage. In dem Düsseldorfer Traditionsunternehmen führt Simone Bagel-Trah als einzige Frau in einem Dax-Konzern den Aufsichtsrat. Sie ist Großaktionärin bei Henkel.

Klaus-Peter Müller, Aufsichtsratschef der Commerzbank, ist auch Vorsitzender der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex. Als Wächter über gute Führungsprinzipien in Aktiengesellschaften stellt er fest, die Lage habe sich für die Frauen deutlich verbessert. Die gerade laufende Debatte über die Frauenquote sei scheinheilig. "Die Debatte ist unehrlich." Es gebe in Deutschland zu wenig Kindertagesstätten und Ganztagsschulen. Das sei für viele Managerinnen ein Karrierehemmnis. Dafür seien aber jene Politikerinnen zuständig, die jetzt die Wirtschaft wegen zu geringer Beteiligung der Frauen anklagten. Müller ist sicher: "Im Jahr 2018 sind Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen eine Selbstverständlichkeit."

Unzufriedene Politikerinnen wie Ursula von der Leyen sollten sich vielleicht ein wenig in den Firmen umschauen, die dem Staat gehören. Dort ist noch nicht viel zu Gunsten der Frauen in Bewegung geraten. Die Landesbanken der Republik? Kein einziges weibliches Vorstandsmitglied. Die Deutsche Bahn, die zu 100 Prozent im Besitz des Bundes liegt? 2009 verließ die für Personal zuständige Margret Suckale den Vorstand - ersetzt durch einen Mann.

Das wäre ein Fall für Ursula von der Leyen.

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