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Arbeitsmarkt - Halle (Saale):Mehr Jobsucher in Corona-Krise erwartet

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Ein Mann sitzt in der Bundesagentur für Arbeit. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Halle/Nürnberg (dpa/sa) - Die Corona-Krise hat die Lage auf dem Arbeitsmarkt laut Experten völlig verändert. Wie sich die Folgen der Pandemie auf die Erwerbslosigkeit und die Beschäftigung in Sachsen-Anhalt auswirken werden, sei derzeit noch nicht absehbar. Aber: "Wir müssen davon ausgehen, dass die Arbeitslosigkeit in den kommenden Wochen steigen wird und dass auch mehr Menschen Leistungen der Grundsicherung beantragen", sagte Markus Behrens, Geschäftsführer der in Halle ansässigen Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit (BA) laut Mitteilung am Dienstag.

Vor Beginn der Corona-Krise sei die Erwerbslosigkeit noch gesunken. Die Arbeitslosenquote lag im März bei 7,1 Prozent nach 7,4 Prozent im Februar und 7,6 Prozent im Vorjahr. Mitte März waren den Angaben nach rund 79 800 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 3800 weniger als im Februar und 6300 weniger als im Vorjahr. "Wir waren auf einem guten Weg", erklärte Behrens. Das Frühjahr sorgte den Angaben nach für eine deutliche Belebung am Arbeitsmarkt - mit mehr Stellenangeboten und Einstellungen. Zudem sei die Zahl der Hartz IV-Empfänger gesunken.

Viele Unternehmen wollen den Angaben nach an ihren Mitarbeitern festhalten und mit Kurzarbeit die Corona-Krise überbrücken. Mit Kurzarbeit will der Gesetzgeber verhindern, dass Arbeitnehmern sofort die Entlassung droht, wenn ihr Betrieb wirtschaftlich in Schwierigkeiten gerät. Hierbei wird die Arbeitszeit vorübergehend verkürzt. Dadurch entgeht den Angestellten Lohn, der ihnen von der BA teilweise ersetzt wird. Die Arbeitnehmer erhalten von der Arbeitsagentur bis zu 60 Prozent des entgangenen Nettolohns, wenn sie Kinder haben bis zu 67 Prozent.

Es werde aber nicht allen gelingen, den Einbruch zu kompensieren, sagte Behrens. Zur Bewältigung der Lage gehört aber auch die andere Seite der Medaille: So werden im Lebensmittelhandel und in der Landwirtschaft Mitarbeiter gesucht.

Das gesellschaftliche Leben und die Wirtschaft wurden in der zweiten Märzhälfte durch die Schutzmaßnahmen der Bundesregierung und des Landes heruntergefahren. Die Folgen der Pandemie werden den Angaben nach erst im April in der Statistik erkennbar sein. Je länger die Krise andauert, desto stärker werden laut Behrens die Auswirkungen sein. Die bisherigen Daten zum Arbeitsmarkt wurden bis zum Stichtag 12. März erhoben.

Wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte, waren bis dahin rund 2,335 Millionen Menschen in Deutschland ohne Job. Das waren 60 000 weniger als im Februar, aber 34 000 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sank im März auf 5,1 Prozent (Februar: 5,3 Prozent).

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