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100.000 Kronen im Grillfeuer:Flammender Appell für Gerechtigkeit

Eine schwedische Politikerin hat umgerechnet 10.000 Euro auf einem Grill verbrannt, um gegen niedrige Löhne für Frauen zu protestieren. Mit dem Ergebnis ist sie zufrieden.

Gudrun Schyman, 62, ist Vorsitzende der kleinen schwedischen Partei "Feministiskt initiativ" (Feministische Initiative), mit der sie bei der Wahl im September einen Platz im Schwedischen Reichstag gewinnen will. Am Dienstag verbrannte sie öffentlich einen Teil ihres Wahlkampfbudgets.

Gudrun Schyman ist mit dem Ergebnis ihrer Geldverbrennung zufrieden.

(Foto: AP)

SZ: Wie lange hat Ihr Geld denn gebrannt?

Gudrun Schyman: Etwa eine halbe Stunde. Wir haben 100-Kronen-Scheine verwendet und sie in einem ganz gewöhnlichen Grill angezündet.

SZ: Warum?

Schyman: Wir haben 100.000 Kronen (etwa 10.000 Euro) von zwei Männern aus der Werbebranche geschenkt bekommen. Die sind genauso verärgert wie wir darüber, dass es in Schweden eine systematische Lohndiskriminierung gibt. Berufe, in denen mehr Frauen arbeiten, sind schlechter bezahlt als Berufe die von Männern dominiert werden. Dabei ist die Ausbildung oft gleich lang und die Verantwortung gleich groß. Diese Diskriminierung kostet die schwedischen Frauen etwa 100.000 Kronen pro Minute.

SZ: In Deutschland halten wir Schweden eigentlich für ein Vorbild in Sachen Gleichberechtigung. Stimmt das etwa gar nicht?

Schyman: Nein. Auf dem Arbeitsmarkt jedenfalls sieht es schlimm aus. Die Lohndiskriminierung gibt es seit Jahrzehnten und keine Partei tut etwas dagegen. Die Gehaltsschere zwischen Mann und Frau macht im Schnitt fast 4700 Kronen im Monat aus (knapp 500 Euro). Es betrifft alle Gehaltsgruppen: Wo mehr Frauen arbeiten, wird weniger verdient. Wir fordern einen staatlichen Gleichstellungsfonds, der diese Unterschiede ausgleicht.

SZ: Wäre es nicht sinnvoller, sich dafür einzusetzen, dass mehr Frauen in Männerberufen arbeiten?

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